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Zukunft und Arbeit

Cornelia Daheim
Zukunftsforscherin
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piqer: Cornelia Daheim
Donnerstag, 09.06.2016

Wie „Arbeiterkultur“ zur Ware wird

Die Mittelschicht steckt in einer Krise, konstatiert Joseph Todd. Sie kann ihren eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen: Zu viele Menschen stecken in als sinnlos empfundenen Jobs fest, an das alte Bild von der Karriere mag man auch nicht mehr so recht glauben. Dennoch verlangt die herrschende Commitment-Kultur, dass die Arbeit mit Begeisterung und persönlicher Hingabe zu tun sei.

Todds Analyse, wie die Mittelschicht diesen Widerspruch, diese Entfremdung bewältige: Das bewusst Improvisierte vieler Kneipen und Bars in den Metropolen im Fabrik-Stil (ewig die Vorreiterrolle spielend: London), die Begeisterung für ehemals ‚proletarische‘ Biere Red Stripe oder Astra u.a.m. sind Kennzeichen der Aneignung einer (bereits verfremdeten) Arbeiterkultur durch die frustrierte Mittelklasse. Da diese sich kaum mehr nach oben orientieren kann, muss sie sich Anleihen von unten nehmen, beutet dabei aber weiter strukturell aus. Bittere, aber lesenswerte Analyse aus klar linker Perspektive, die überraschend überzeugend das alte Bild der Klassengesellschaft in aktuellen Bezug bringt, kein gutes Haar an den Hipstern lässt, und dabei sogar noch die Hunger Games analysiert. 

Wie „Arbeiterkultur“ zur Ware wird
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