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Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
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piqer: Karsten Lemm
Montag, 31.10.2016

Widerspruch erwünscht: Warum das Büro mehr Rebellen braucht

In den meisten Firmen wimmelt es von Jasagern. „Unser ganzes Berufsleben lang werden wir darauf getrimmt, uns anzupassen“, schreibt die Wirtschaftswissenschaftlerin Francesca Gino. Überall wird Zustimmung verlangt und wer zu viel hinterfragt, zu oft widerspricht, verdirbt sich die besten Karrierechancen.

Dieser Konformitätsdruck schadet allen Beteiligten: Er lässt keine neue Ideen aufkommen, unterdrückt kreatives Verhalten und führt dazu, dass Unternehmen verkalken, weil Mitarbeiter in Routine versinken, statt sich aktiv am Geschehen zu beteiligen.

Schlaue Chefs halten sich zurück, argumentiert Gino, und regen Mitarbeiter an, selbst zu entscheiden, nicht überall festen Regeln zu folgen. Southwest Airlines zeigt, wie positiv sich das auswirken kann: Statt die Flugbegleiter zu zwingen, die Sicherheitsvorschriften nach immer gleichem Muster herzusagen, überließen die Manager es den Mitarbeitern selbst, was sie sagen wollten – und siehe da, die locker-leichten, charmanten, oft witzigen Ansagen wurden zu einem Markenzeichen des Billigfliegers.

Beeindruckend auch die Zahlen, die Gino zur Fast-Food-Kette Pal’s Sudden Service nennt: 98 Prozent Kundenzufriedenheit und nur ein Fehler je 3600 Bestellungen (McDo & Co. bringen es im Branchendurchschnitt auf 15) – während andererseits die Mitarbeiter ebenfalls so zufrieden sind, dass der Kette nur zwei Prozent der Jungmanager im Jahr verloren gehen. Das Erfolgsgeheimnis? Ausführliches Training, viel Abwechslung und weitgehende Autonomie, selbst bei Teenagern, die noch lernen.

Der Aufsatz quillt über vor solchen Beispielen, die zeigen, warum es sich für Firmen auszahlt, ihre Mitarbeiter zum Mitdenken – und gelegentlichen Widersprechen – aufzufordern. Vieles richtet sich direkt an Manager, schließlich stammt der Text aus der Harvard Business Review – ideal also zum Ausdrucken, um es dem Chef auf den Tisch zu legen: Wer weniger Vorschriften macht, hat mehr Zeit zum Lesen.

Widerspruch erwünscht: Warum das Büro mehr Rebellen braucht
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