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Zukunft und Arbeit

Gabriela Westebbe
Diplom-Kauffrau, Wirtschaftspsychologin, Bildungsexpertin mit Blick auf das Ganze
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piqer: Gabriela Westebbe
Freitag, 29.12.2017

„Wer sagt, dass Lernen nur durch Unterrichtetwerden funktioniert?“

Schule muss sich neu erfinden. Anfangen muss dieser Prozess in der Aus-und Weiterbildung der Lehrkräfte. Sie müssen erfahren, dass ihre Aufgabe in Zukunft die Gestaltung der Lernumgebung sein muss und die individuelle Begleitung der Lernenden.

Das ist ein Entwicklungsprozess. Er muss beginnen bei einem neuen Verständnis davon, was digitale Medien sind und welche Rolle sie beim Lernen einnehmen. Denn sie sind eben keine „austauschbaren Container, in denen das Material ausgeliefert wird“. Medien schaffen einen „Kulturraum, in dem sie gleichzeitig enthalten sind.

Mit der digitalen Technik hat sich v.a. der Wissensbegriff verändert. Wissen wird jetzt kontextabhängig und perspektivisch gesehen. Es geht nicht mehr um die Kenntnis „objektiver Fakten“, sondern um Sinn, gewinnt damit ganz persönliche Bedeutung und unterliegt ständiger Aushandlung. „Nur im Austausch mit Anderen ist Wissen möglich. ... die Weltgesellschaft besteht aus einem vielstimmigen, pausenlosem globalen Gespräch.“

Für das Lernen bedeutet dies, dass vor allem grundlegende Techniken wichtig sind, sich dieses Wissen selbst zusammen zu suchen, es kritisch zu hinterfragen, mit anderen zu teilen und gemeinsam neu zu bearbeiten.

Übertragen auf den Kontext Schule bedeutet dies, dass Lernen in Projekten sehr viel stärker in den Vordergrund treten muss. In Projekten werden all diejenigen Fähigkeiten erlernt, die für die gesellschaftliche Teilhabe benötigt werden. Wird Projektlernen zur bestimmenden Methodik, ändert sich die Rolle der Lehrperson: „Der Lehrer wird zum Moderator und Coach von individuellen und Gruppenlernprozessen statt wie bisher Stofflieferant und Klausurtrainer“.

Die neue Rolle muss allerdings erst gelernt werden und wie kann das besser gehen als in einer Lernumgebung, wie sie später für Schüler*innen zu gestalten ist.

„Wer sagt, dass Lernen nur durch Unterrichtetwerden funktioniert?“
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