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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Sonntag, 04.12.2016

Wenn der Shareholder-Fetisch Unternehmen die Seele austreibt

Heutzutage scheinen sich viele Führungskräfte darauf spezialisiert zu haben, die Unternehmenskultur und damit das Engagement von Mitarbeitern im Keim zu ersticken. Dabei wird die Kultur eines Unternehmens davon getragen, wie es seine Mission versteht und gemeinsame Ziele hochhält. Wenn es allein darum geht, den Shareholder Value zu erhöhen, wird sich dies im unternehmerischen Handeln widerspiegeln: Die Bedürfnisse von Kunden und Mitarbeitern erhalten zu wenig Beachtung. Das dürfte sich vielleicht nicht sofort auf die nächste Jahresbilanz auswirken, ist aber langfristig entscheidend.

IBM beispielsweise ist ein Unternehmen, das sich das Ziel gesetzt hat, stets modernste Technologie zu entwickeln. Während das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten sicherlich seine Höhen und Tiefen hatte, verdankt es sein Überleben vor allem seinem Bekenntnis zur Grundlagenforschung. Frühere Konkurrenten sind längst pleite und IBM erzielt Durchbrüche im Bereich kognitiven Rechnens, bei Quantencomputern und neuromorphen Chips.

Natürlich haben Unternehmen keine „Seelen“ im wörtlichen Sinne. Man kann aber bei einer Organisationen dann von Seele sprechen, wenn ihre Mitarbeiter fühlen, dass sie ihre eigenen persönlichen Missionen verfolgen können. Eine Kundenberatung kann nur dann wirklich gut sein, wenn die Mitarbeiter sich als Dienstleister verstehen, ihre Arbeit gerne machen und dafür den passenden Rahmen bekommen. Produkte erhalten eine Seele, wenn sie die Leidenschaft derer widerspiegeln, die sie entwerfen und produzieren. Darum ist es so unglaublich wichtig, dass eine Organisation die richtigen Leute findet, also diejenigen, die ihre Ziele und Werte teilen und die Mission zu ihrer eigenen machen können. Ein Unternehmen ist eine Gemeinschaft von Menschen, keine Ansammlung menschlicher Ressourcen

Wenn der Shareholder-Fetisch Unternehmen die Seele austreibt
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