Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Zukunft und Arbeit

Cornelia Daheim
Zukunftsforscherin
Zum piqer-Profil
piqer: Cornelia Daheim
Donnerstag, 12.07.2018

Warum es mehr Texte in leichter Sprache geben sollte

Das Thema Inklusion hat den Bildungssektor in den letzten Jahren stark verändert, und wird das aus meiner Sicht wohl - hoffentlich - in den nächsten Jahren für die Felder Kommunikation und Arbeit tun. Daher heute eine Empfehlung zu diesem Thema, in der der NDR Prof. Christiane Maaß interviewt, Professorin für Medienlinguistik an der Uni Hildesheim. 

Sie erklärt hier, was leichte Sprache ist, und dass die Zielgruppe primär Menschen mit Behinderungen ist. Durch die UN Behindertenrechtskonvention hat sich Deutschland verpflichtet, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, und dazu gehört auch, dass Informationen barrierefrei verfügbar sind. Sie macht zudem deutlich, dass eigentlich viel mehr Menschen von solchen Texten profitieren: 

Es profitiert aber tatsächlich eine viel größere Gruppe davon. Damit ist auch dieses Gönnerhafte raus, denn Menschen mit Behinderung bringen etwas mit, sie tragen etwas in die Gesellschaft: Sie machen die Welt barrierefreier, und andere profitieren davon. (...) Nehmen wir die funktionalen Analphabeten, die sind ja nicht behindert, aber beim Lesen stehen sie vor ähnlichen Problemen wie viele andere Menschen mit Behinderung. Sie lesen zu langsam und können deshalb den Sinn eines Textes nicht erfassen. Lesen und Verstehen funktioniert so: Man hat einen Arbeitsspeicher im Kopf, der das gerade Gelesene eine Zeit lang vorhält. Wenn man zu langsam liest, dann ist der Speicher schon wieder leer, bevor man den Sinn erfasst hat. (...) Einige Vertreter der erweiterten Zielgruppe, so ist zumindest die Hoffnung, schaffen dann den Weg in die Standardschriftlichkeit. Leichte Sprache kann also eine Brücke zum Standard sein.

Interessant ist das für alle, die sich mit Kommunikation oder Inklusion beschäftigen. Sinn macht auch, dass das Interview selbst in leichter Sprache zur Verfügung gestellt wurde - und so den Charme aufzeigt, den das wirklich für alle hat: Die wichtigsten Informationen sind so sehr schnell verstanden. 

Warum es mehr Texte in leichter Sprache geben sollte
8,6
5 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!