Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
Zum piqer-Profil
piqer: Karsten Lemm
Dienstag, 26.07.2016

Vertrauen ist gut – Überstunden sind besser

Schön, wenn es keine Stechuhr mehr gibt und alle arbeiten können, wie es am besten in ihren persönlichen Zeitplan passt. Der Arbeitgeber zeigt Vertrauen in seine Mitarbeiter. Zukunftsweisend. Oder?

Nicht so schön, dass sich dabei schnell eine subtile Gruppendynamik entwickelt, die geradezu verlangt, eher mehr als weniger zu arbeiten. Wer nicht als vermeintlicher Faulpelz dastehen will, muss der Firma zeigen: Hey, ich bin für euch da – auch abends um neun, wenn’s sein muss. 

Wie fließend die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit mittlerweile sind, zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage. Demnach schaut fast die Hälfte der Deutschen regelmäßig auch nach Büroschluss in die berufliche E-Mail-Inbox und jeder Fünfte gibt an, dass mindestens einmal in der Woche nach Feierabend das Handy klingelt, weil dem Chef oder Kollegen noch etwas Dringendes eingefallen ist, das nicht bis morgen warten kann.

„Vertrauensarbeiter können eine höhere Arbeitszeitsouveränität erlangen“, schreibt Fraunhofer-Arbeitsforscher Alexander Piele in diesem Blog-Beitrag, „doch diese neue Arbeitsqualität kann nicht einfach durch das Abschalten aller Stempeluhren erreicht werden.“ Entscheidend für ein Modell, bei dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen zu ihrem Recht kommen, sei am Ende vor allem die Kultur im Unternehmen – „und das ist die eigentliche Herausforderung wie bei jeder Flexibilisierung der Arbeitswelt.“

Vertrauen ist gut – Überstunden sind besser
8,3
4 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!