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Zukunft und Arbeit

Cornelia Daheim
Zukunftsforscherin
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piqer: Cornelia Daheim
Mittwoch, 13.12.2017

Unser Verständnis der Marktwirtschaft nach Adam Smith führt zur Kontroll-Illusion im Management

Gunnar Sohn führt aus, wie die Theorie der Marktwirtschaft nach Adam Smith das heutige Management prägt, und warum das Fortschritte in der Digitalisierung beziehungsweise hin zu einer neuen Wirtschaftsordnung behindert. Die Grundsätze aus Smiths zentralem Werk "Wohlstand der Nationen" (von 1776!) wären heute noch Grundlage des Bilds davon, wie Wirtschaft funktioniert:

Die arbeitsteilig organisierte und hierarchisch gegliederte Unternehmung sei der Motor für Produktivität sowie Effizienz. Ohne Arbeitsteilung könne der Einzelne keinen Überfluss erwirtschaften, der es ihm erlaubt, am Markt teilzunehmen. 

Verkürzt gesprochen bedeutet das, dass unsere Vorstellung der freien Marktwirtschaft an hierarchisch geführte Organisationen – und das bedeutet zentral gesteuerte Planung und Kontrolle – gekoppelt ist. Mit dieser Vorstellung und den entsprechenden Praktiken behindere aber heutiges Management oft das Vorankommen in Richtung der neuen, dezentral funktionierenden digitalen Wirtschaft. Stattdessen sollten sich Führungskräfte eher als Architekten verstehen, die die Voraussetzungen für Zusammenarbeit schaffen, denn: 

In einer vernetzten Wirtschaft liegt die Aufgabe des Managers eher bei der Bereitstellung einer Infrastruktur, die Dritten erlaubt, miteinander zu arbeiten, ohne auf einen über ihnen stehenden Manager als allwissenden Koordinator angewiesen zu sein.

Es fragt sich nur, wer der nächste Adam Smith, also der Vordenker und Theoretiker der neuen Wirtschaftsordnung sein wird. 

Unser Verständnis der Marktwirtschaft nach Adam Smith führt zur Kontroll-Illusion im Management
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Kommentare 4
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor 7 Monaten

    Da hat jemand Adam Smith weder gelesen noch verstanden.
    Wo steht dort, hierarchische Ordnung sei Voraussetzung für Wohlstand? Die Stellenangabe würde mich interessieren.

    Eher im Gegenteil: Smith hält große Einheiten wie Aktiengesellschaften für deutlich weniger schlagkräftig als den Einzelunternehmer.

  2. Moritz Orendt
    Moritz Orendt · vor 7 Monaten

    Grundsätzlich leuchtet mir die Aussage des Artikels ein (mehr Architekten als Manager), aber was der Smith mit der heutigen Führungskultur zu tun hat, bleibt mir sehr schleierhaft.

    Schade um den Artikel.

  3. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor 7 Monaten

    Wie gut, dass demnächst eine Neuausgabe des Wohlstands der Nationen auf deutsch erscheint. :-)
    www.dtv.de/buch/adam...

  4. Cornelia Daheim
    Cornelia Daheim · vor 7 Monaten

    Also, bei mir ist die Smith-Lektüre zugegebenermassen auch sehr lang her. Die These des Artikels, dass Grundannahmen, die gerade den Umbau des Wirtschaftssystems verlangsamen, nicht nur auf den Taylorismus zurück geführt werden können, sondern weiter zurück zu Smith, finde ich nach wie vor interessant. Bestelle mir wohl auch die Neuausgabe und weiss dann selber hoffentlich irgendwann mehr.