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Zukunft und Arbeit

Gabriela Westebbe
Diplom-Kauffrau, Wirtschaftspsychologin, eDidaktikerin
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piqer: Gabriela Westebbe
Montag, 26.06.2017

Skepsis gegenüber der Notengebung von Universitäten und Hochschulen ist angebracht

Die Abschlusszeugnisse der Universitäten und Hochschulen spiegeln nicht unbedingt die Leistungen der Absolvent/-innen wieder. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine großangelegte Studie, die an der Universität Flensburg durchgeführt und im März veröffentlicht wurde.

Die Forscher Volker Müller-Benedict und Gerd Grözinger haben mit ihrem Team 138.000 Prüfungsakten, 700.000 Examensnoten und 5,3 Millionen Notenstatistiken von 1960 bis heute verglichen und kommen zu dem Ergebnis, dass der

„Einfluss des sozialen Kontextes auf die Notengebung vorhanden und mannigfaltig ist.“

Für das Fach Betriebswirtschaftslehre zeigt sich zum Beispiel, dass das Selektionsklima (Absolventenzahl, Arbeitslosigkeit in der Region) von Bedeutung ist, aber auch die selbsterlebte Machtposition im Hochschulkontext (Anteil Master- und Promotionsabschlüsse, relative Bedeutung des Fachbereichs, Drittmittelpersonal).

Bemerkenswert an den Studienergebnissen ist auch, dass die Noten immer besser wurden. Seit den 1970er Jahren wird eine Inflation festgestellt, wobei sich am meisten die Noten für das Lehramt im Fach Deutsch verbesserten - um eine ganze Notenstufe.

Die Forscher betonen weiterhin, dass es neben der konstanten Verbesserung der Noten auch gravierende Unterschiede in der Prüfungskultur und im Notenniveau zwischen den Fachbereichen wie auch den einzelnen Universitäten und Hochschulen gibt.

„... Der Hoffnung, dass Examensnoten eine reine Reflexion studentischer Leistung darstellen, die wenigstens innerhalb eines Fachs leicht zwischen Hochschulen und Abschlussarten vergleichbar sind, darf man mit gutem Grund ... skeptisch gegenüber sein.“

Skepsis gegenüber der Notengebung von Universitäten und Hochschulen ist angebracht
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