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Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
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piqer: Karsten Lemm
Dienstag, 29.11.2016

Schluss mit Stress – her mit den Wohlfühl-Beauftragten

14 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind zu beneiden: Überstunden, Mobbing, Erfolgsdruck – „mich stresst nichts davon bei der Arbeit“, sagen diese Glücklichen. Die anderen leiden vor allem unter Termindruck, schlechtem Arbeitsklima und emotionalem Stress: Lauter Faktoren, die dazu beitragen, dass psychische Störungen in Deutschland mittlerweile zu den fünf häufigsten Gründen für einen Arztbesuch gehören. 

Oft ist Überforderung Teil des Programms: „Wer nicht jammert, weckt unter Umständen sogar Misstrauen, nicht genug zu tun zu haben“, schreibt Lena Papasabbas vom Berliner Zukunftsinstitut in diesem Beitrag. Dabei liegt es im Interesse der Arbeitgeber selbst, sich stärker um das psychische Wohl ihrer Mitarbeiter zu kümmern: Wer sich wohl fühlt, leistet auch mehr. 

Bei Firmen, die um junge, hoch qualifizierte Mitarbeiter buhlen, gehören Kickertische und Espresso-Automaten deshalb längst zur Grundausstattung. Andere gehen einen Schritt weiter und stellen Feel-Good-Manager ein: Wohlfühl-Beauftragte, die vor allem die Aufgabe haben, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen, indem sie Konflikte schlichten, Ratschläge geben oder gemeinsame Veranstaltungen organisieren.

Papasabbas nennt als Beispiel eine Münchner Medienagentur, die per Stellenanzeige eine Feel-Good-Omi suchte, und die Tagesschau wurde bei Billigermietwagen.de fündig. Bisher sind Wohlfühl-Beauftragte allerdings ein Nischenphänomen: Laut einer Joblift-Analyse wurden im vorigen Jahr gerade mal 33 Feel-Good-Manager gesucht, nur einer davon bei einem Großunternehmen.

Dennoch liegt Papasabbas sicher nicht falsch mit ihrer Beobachtung, dass der Generationenwandel auch einen Wertewandel bedeutet: 

Wo Arbeitszeit als Teil von Lebenszeit gilt und daher ebenso wertvoll empfunden wird, muss der Job in Zukunft noch stärker einen Mehrwert über das Monetäre hinaus bieten: Spaß, Selbstentfaltung, Sinn.

Schön, wenn es so kommt. Denn dass Arbeit krank macht, sollte der Vergangenheit angehören.

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