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Zukunft und Arbeit

Lernen und Scheitern – zwei Seiten derselben Medaille

Anja C. Wagner
Bildungsquerulantin
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Anja C. WagnerMontag, 31.01.2022

Wie gesagt: Es kann heute nicht mehr ausgeschlossen werden, dass man 100 Jahre alt wird. Und die Zeit bis dahin will gut und sinnvoll gefüllt sein. Mit dem alten gesellschaftlichen Modell, dass wir ab Anfang/Mitte 60 in den Ruhestand gehen, kann dadurch bedingt eine lange Phase eintreten, die, hat man nicht genügend vorsorgen können, sehr ernüchternd ausfallen wird. Damit sind wir in vielerlei Hinsicht beim Thema Lernen und Weiterlernen angelangt. 

Die uns umgebenden Herausforderungen sind gewaltig. Gleichgültig, ob wir daran aktiv mitarbeiten oder es um uns herum geschieht. Die Welt verändert sich und die Menschen sollten mitwachsen (wollen). Sind sie alle darauf gut vorbereitet? Wohl kaum. Haben sie in der Mehrzahl überhaupt Interesse daran? Ich habe meine Zweifel. Nichtsdestotrotz sollte es allen heutigen wie zukünftigen Rentengenerationen daran gelegen sein, die Mechanismen der aktuellen Welt zumindest ansatzweise zu kennen.

Worauf also kommt es an, wenn man wirklich lebenslang am Puls der Zeit leben und lernen möchte?

Im verlinkten Artikel unterscheidet man die erforderlichen Rahmenbedingungen für ein optimiertes Lernen entlang der physikalischen und umgebenden Bedürfnisse. Insgesamt beeinflussen demnach sechs Faktoren maßgeblich das Lernen – interessanterweise allesamt neben der pädagogischen Sphäre angesiedelt:

  • Schlaf
  • Bewegung
  • Ernährung
  • Unterstützung der körperlichen und geistigen Gesundheit
  • Möglichkeiten zur Bewältigung von Problemen
  • Sicherheit, zu scheitern

Je nach Lebensphase gilt es dabei verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:

Frühes Erwachsenenalter (15–25)

Dies ist die wichtigste Phase, in der Weichenstellungen stattfinden hinsichtlich Bildung, Beruf, sozialen und romantischen Beziehungen, Überzeugungen und Ideologien – und deren Ausrichtung weitere Entscheidungen beeinflussen wird hinsichtlich zukünftiger Lerngelegenheiten.

Das Verhalten von Jugendlichen ist durch drei Dinge gekennzeichnet: die Suche nach Neuem, das Eingehen von Risiken und die intensive Beschäftigung mit der Gruppe der Gleichaltrigen. (...) Die größte Herausforderung im frühen Erwachsenenalter besteht darin, die richtigen Risiken einzugehen: Risiken, die die Möglichkeiten des zukünftigen Lernens verbessern und nicht ausschließen.

Aufstrebendes Erwachsensein (25–45)

Die "Rush Hour" des Lebens ist sehr geschäftig und sieht verschiedene soziale Rollen vor, die im schnellen Wechsel aufeinanderfolgen. Das Erwachsenenleben wird dabei mehr durch kulturelle Normen und individuelle Lebensentscheidungen und -erfahrungen strukturiert als durch die Biologie.

Ein Großteil des Lernens in dieser Phase beruht auf direkten Lebenserfahrungen und nicht auf Unterricht oder Studium. Nicht alles Lernen ist explizit, und nicht alles findet auf der bewussten Ebene statt. Was in der Lebensmitte gelernt wird, kann oft nicht in Büchern gelehrt werden. Die Herausforderung des beginnenden Erwachsenenalters besteht darin, Zeit und Raum zu schaffen, um die Lektionen, die das Leben mit sich bringt, aufzunehmen und zu reflektieren.

In den Empfehlungen wird hier viel Wert auf physikalische Gesundheit gelegt, ein Fokus auf die Lernerfahrungen, die zwischen den verschiedenen Rollen transferiert werden können. Und der Tipp, sich an generationenübergreifende Freundschaften zu gewöhnen mit einem Ansporn, auch immer wieder Neues zu lernen, da dies mit der Zeit immer wichtiger wird.

Etabliertes Erwachsenenalter (45–60)

Hier geht es nun darum, die Erfahrungen für eine smarte Arbeit zu nutzen.

Dies ist die Phase, in der die in früheren Lebensphasen angesammelten Ressourcen - gesunde Gewohnheiten, vielfältige Beziehungen, Fachwissen, Selbstbewusstsein – wirklich zu zählen beginnen.

Die persönlichen Stärken gilt es nun auszuspielen, gleichzeitig neue Dinge auszuprobieren, auch wieder Risiken einzugehen. 

Wenn Sie in diesem Alter nicht über Ihre Kompetenz/Komfortzone hinausgehen, wird sich diese Zone unweigerlich verkleinern. Die Herausforderung in dieser Phase besteht darin, sich nicht von seiner eigenen Weisheit täuschen zu lassen und sich Zeit für das Scheitern zu nehmen.

Auch sollte man sich enger mit den jüngeren Generationen austauschen, um in ein formales oder informelles Reverse Mentoring einzusteigen, so die Empfehlung – neben Sport, Diät usw. ... das Übliche ;-)

Spätes Erwachsenenalter (60+)

Lernen kann helfen, den kognitiven Abstieg zu verlangsamen. Da aber die meisten (derzeit) noch gut abgesichert sind im Alter, gilt hier die Feststellung, dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann:

Dieses Lernen muss jedoch nicht akademisch oder beruflich sein – Weisheit, verbesserte soziale Fähigkeiten, Selbsterkenntnis sind ebenfalls Lernziele. Die Menschen sind in diesem Alter eher durch persönliche, emotionale Ziele motiviert als durch Leistung.

Auch hier gibt es lebenspraktische Lerntipps, die jedoch kaum über Weisheiten in der gelben Presse hinausgehen.

Fazit

Lernen unterscheidet sich je nach Lebensphase fundamental. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber in einem Land, in dem die formale und non-formale Bildung als alleiniges Momentum einer erfolgreichen Lernbiografie weiterhin strapaziert wird, ist es wichtig, dass sich alle immerfort vergegenwärtigen:

Jede Lebensphase bringt neue Herausforderungen und neue Vorteile mit sich. Aber zwei Dinge sind und bleiben beim Lernen immer wahr: Jeder kann in allem besser werden. Der Preis der Verbesserung ist das Scheitern.
Lernen und Scheitern – zwei Seiten derselben Medaille

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