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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Mittwoch, 27.12.2017

Leistet CoWorking dem digitalen Taylorismus Vorschub?

Wie wollen wir mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeit umgehen? Für Evgeny Morozov zeichnen sich zwei Möglichkeiten ab. Er teilt sie ein in das Lager der John Ruskin- und der De Tocqueville-Vertreter. Die Ruskin-Vertreter haben ein Interesse daran, die Digitalisierung zu nutzen, um am Ende dann aber doch physische Güter herzustellen. Die Makerspace-Bewegung ist Ausdruck dieser Haltung. Die De Tocqueville-Vertreter sehen den Nutzen der Digitalisierung eher in der Ausweitung der Bedeutung der Zivilgesellschaft durch Schaffung von gemeinsamen Wertesystemen und Communities. Stellvertretend hierfür sieht Morozov die MeetUp-Bewegung.

Die Makerspace-Bewegung droht sich jedoch in Richtung eines Kunstgewerbes für gelangweilte Büro-Menschen zu entwickeln, wohingegen die MeetUp-Bewegung zu einer Kommerz-Maschine (Stichworte: Smart Building, Datengenerierung durch CoWorking-Spaces) werden könnte und sich damit ebenfalls von den ursprünglichen Idealen entfernen könnte. Speziell die CoWorking-Space-Szene sieht der Autor mit Blick auf die ökonomischen Schwergewichte wie WeWork kritisch, haben diese doch das Ziel, durch die Vermischung von Lebens- und Arbeitsraum in den CoWorking-Spaces neue Nutzerdaten zu generieren und mit diesen Geld zu verdienen. Morozov schließt seinen Beitrag extrem kritisch: “Society is brought back inside today’s factory – the modern office – but on terms that reinforce rather than undermine many elements of the Taylorist paradigm.” 

Ist diese Kritik der CoWorking-Spaces von Links wirklich gerechtfertigt oder übertrieben und diskreditiert damit jeden Versuch der Angestellten, aus den anonymen Bürotürmen der Alt-Industrien zu entkommen?

Leistet CoWorking dem digitalen Taylorismus Vorschub?
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