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Zukunft und Arbeit

Anja C. Wagner
Bildungsquerulantin
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piqer: Anja C. Wagner
Dienstag, 10.03.2020

Kreativität & Kollaboration 4.0 wachsen zusammen

Gerne wird kolportiert, den Menschen seien urmenschliche Fähigkeiten wie Kreativität, Empathie und transformatives Denken immanent und diese würden "unsere" Arbeit für alle Zeiten vor den dummen Maschinen schützen. 

Mal abgesehen davon, dass hier weiterhin der heilige Gral der Erwerbsarbeit abgefeiert wird, weil nur diese dem Menschen eine sinnvolle gesellschaftliche Beteiligung ermögliche, stimmt die Grundannahme vermutlich nicht, KI wäre unkreativ und auf keinen Fall vergleichbar zur menschlichen Gestaltungskraft.

Wenngleich die Fragestellung vermutlich schon falsch ist.

Anstatt darüber nachzudenken, dass die KI die menschliche Kreativität ersetzt, ist es vorteilhaft zu untersuchen, wie die KI als ein Werkzeug zur Steigerung der menschlichen Kreativität eingesetzt werden kann. Hier sind einige Beispiele dafür, wie die KI die Kreativität der Menschen in Kunst, Musik, Tanz, Design, Kochrezepte und Verlagswesen fördert.

Viele Indizien weisen darauf hin, dass es derzeit einige interessante Kollaborationen zwischen Mensch und Maschine gibt:

  • Von der Website ThisPersonDoesNotExist.com werden zwischenzeitlich einige gehört haben. Sie zeigt realistisch wirkende Portraits nicht existenter Personen.
  • Das von einer KI gezeichnete Portrait von Edmond de Belamy erzielte bei Christie's einen Verkaufspreis von 432.500 US-Dollar. Programmiert von einem Pariser Künstlerkollektiv fütterten sie den Algorithmus mit 15.000 gemalten Portraits aus dem 14. bis 20. Jahrhundert, aus dem sich dieser "kreativ" bediente.
  • IBMs Watson unterstützt Musiker, die eine dem Zeitgeist entsprechende Note anschlagen möchten. Dazu analysiert Watson Gespräche, Zeitungen und Überschriften über eine 5-Jahres-Zeitspanne, aus denen sich eine "emotionale Temperatur" ableiten lässt.
  • Die KI kann auch Choreograph*innen dabei unterstützen, neue oder andere choreographische Optionen zu erkennen, indem die Maschine mit hunderten Stunden Videomaterial gespeist wurde.
Auch Möbelstücke, Whiskey, Essgewohnheiten, Poesie – vieles lässt sich heutzutage mit ausreichendem Datenmaterial analysieren und bei Interesse in transformative Produkte überführen. Es entsteht eine neue Form der Mensch-Maschine-Kollaboration: Beide benötigen sich dabei wechselseitig. Das ist Kollaboration 4.0!
Kreativität & Kollaboration 4.0 wachsen zusammen
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