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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Montag, 04.07.2016

Jede/r ist ersetzbar!?

Alastair Dryburgh stellt in seinem Beitrag die provokante Frage, ob man denn bei der Suche nach neuen Arbeitsmöglichkeiten und potenziellen Arbeitgebern nicht besser von Algorithmen als von „gehirntoten” (Zitat) HR-Angestellten interviewt und bewertet werden möchte? Wie so oft im Leben gibt es auch hier ein „Es kommt darauf an”.

Der Arbeitsmarkt für gering-qualifizierte Tätigkeiten, auf dem Routineaufgaben verteilt werden, ermöglicht bereits heute vielfach eine Bewertung der Bewerber durch Algorithmen, so Dryburgh. Aber auch die Suche nach solchen Tätigkeiten kann durch Algorithmen, Suchaufwände vermeiden helfen.

Er hinterfragt allerdings die Problemlösungs- und Auswahlkompetenzen von Algorithmen, wenn es darum geht, höher qualifizierte Bewerber zu finden, weil bei diesen persönliche Netzwerke, Zufälle, Taktik und Kontexte eine besondere Rolle spielen. Dies kann nicht durch Algorithmen bewertet werden.

Ich bezweifle diese These der „Einzigartigkeit” höherqualifizierter Arbeitnehmer. Das Konzept der Einzigartigkeit ist meiner Meinung nach eine Chimäre aus dem letzten Jahrtausend, die den Mythos der „Führungskraft” und dessen Status schuf, um die in der industriellen Massenproduktion benötigte Befehlskette von Oben nach Unten in Form einer Hierarchie zu rechtfertigen. Aktuelle Entwicklungen, die bereits Kreativdirektoren durch Algorithmen ersetzen lassen, machen deutlich, dass am Ende - aus ökonomischer Sicht - jede Arbeitskraft ersetzbar ist.

Jede/r ist ersetzbar!?
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