Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Zukunft und Arbeit

Anja C. Wagner
Bildungsquerulantin
Zum piqer-Profil
piqer: Anja C. Wagner
Mittwoch, 29.04.2020

Hochschulen der Zukunft jenseits des Campus-Lebens

Die Hochschulen (in den USA) stehen unter Druck. Schon vor Corona waren immer mehr potenzielle Studierende kaum mehr bereit, sich für das Studium zu verschulden, um einen albernen College-Abschluss zu erwerben. Die Chancen, damit einen gut dotierten Job an Land zu ziehen, um damit die Schulden abzubezahlen, wurden Jahr für Jahr geringer. Nun, mit dem Lockdown und den vielfältigen Erfahrungen des Online-Unterrichts, stellt sich die Frage umso dringender. 

Braucht es wirklich 4-jährige Aufenthalte auf einem Campus, nur um einen Hochschul-Abschluss zu erwerben? Ließen sich nicht weite Anteile der Lehre auch gut online absolvieren? Zur wissenschaftlichen Beantwortung der Frage könnten Daten helfen: Was klappt in der derzeitigen Situation gut, nun, da die Hochschulen gezwungen sind, online zu arbeiten? Oder wann wäre eine Face-2-Face-Erfahrung in Zukunft zielführender? Könnte man das gesamte Universitätsleben und Studium nicht weit dezentraler und kreativer lösen, so dass alle Beteiligten mehr Freiheitsgewinne verzeichnen könnten und sich qualitativ auch die Selbstlernkompetenz erhöhen würde?!

Rhetorische Fragen, denn natürlich ließe sich das Hochschul-Modell ganz anders organisieren. Dass dies trotz aller langjährigen Erfahrungen mit attraktiven Online-Kursen weiterhin nicht geschieht, liegt daran, dass auch Hochschulen ein Businessmodell verfolgen. Nicht zwangsläufig immer ein gewinnorientiertes, aber ein selbsterhaltendes Interesse, das dem Status der beteiligten Personen zur Ehre gereicht. 

In Corona-Zeiten sind aber alle gezwungen, oftmals unvorbereitet den Online-Betrieb zu absolvieren. Zwar vorrangig als Online-Abbild des vorherigen Präsenz-Modells – und deshalb super anstrengend; natürlich ist eine 1:1-Übersetzung eines curricularen Präsenzbetriebs in die Videokonferenzen hinein kein attraktives Modell. Aber nach den nächsten Semesterferien und (hoffentlich) einer weiteren Online-Runde, werden vielleicht auch kreativere, kollaborative Aspekte mit einbezogen in die "Unterrichtung" einer zusehends digitalen Generation. Wenn dann noch die Akkreditierungen bildungspolitisch nachgezogen würden und sich anpassten an die moderne Zeit, wäre allen geholfen. Das Zeitalter der "Abschlüsse" hat sich eh erledigt im 21. Jahrhundert ...

Und so konstatieren die Autoren:

Das aktuelle Experiment könnte zeigen, dass sich die vierjährige F2F-Hochschulausbildung nicht länger auf ihren Lorbeeren ausruhen kann. Eine Vielzahl von Faktoren – vor allem die ständig steigenden Kosten der Studiengebühren, die für die meisten Familien bereits unerreichbar sind – implizieren, dass der postsekundäre Bildungsmarkt reif für Disruption ist. Die Coronavirus-Krise könnte genau diese Disruption sein.

Den Präsenz-Hochschulen der Vor-Corona-Zeit wird niemand nachtrauern. Das war mal schön, ist aber nicht mehr zeitgemäß. Erst recht nicht in Zeiten von Arbeit 4.0, die jetzt erst an Fahrt gewinnen wird. 

Hochschulen der Zukunft jenseits des Campus-Lebens
8,8
6 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 5
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor 3 Monaten · bearbeitet vor 3 Monaten

    Dass sich Abschlüsse im 21. Jahrhundert erledigt haben, wäre schön, aber ich glaube es nicht, schon gar nicht im zertifikatehörigen Deutschland. Andererseits: Wer will sich schon einem Chirurgen anvertrauen, der keinen Abschluss vorzuweisen hat?

    1. Anja C. Wagner
      Anja C. Wagner · vor 3 Monaten

      Ist halt die Frage, ob man eine chirurgische Kompetenz durch Multiple-Choice-Tests wirklich nachweisen kann...

    2. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 3 Monaten

      @Anja C. Wagner Ganz sicher nicht, aber um sich Facharzt nennen zu dürfen, reicht es bei weitem ja auch nicht, einfach nur einen solchen Test zu bestehen.

    3. Anja C. Wagner
      Anja C. Wagner · vor 3 Monaten

      @Dirk Liesemer Genau, es kommt auf die Praxis-Erfahrung an. Es ging ja nicht darum, dass man nichts mehr lernen muss. Aber die Zertifikatskultur, basierend auf Tests und Prüfungen wird hier in Frage gestellt.

  2. Felix TheC
    Felix TheC · vor 3 Monaten

    Meiner Meinung nach sagt der Abschluss nur sehr wenig über die fachliche Kompetenz aus. Oft verändern sich die Inhalte innerhalb eines Erwerbsleben sowieso dramatisch (abgesehen davon dass es mittlerweile oft mehrere Berufe in einem Leben gibt). Allerdings zeigt ein Abschluss die Kompetenz zu lernen und sich einer Sache mehrere Jahre zu verschreiben. Insofern finde ich schon, dass der Abschluss eine Daseinsberechtigung hat.

    Das nun alles online stattfindet kann für die Unis übrigens gefährlich sein. Wenn die Studenten in Zukunft wählen können ob sie an der Harvard oder der Uni Bielefeld studieren, ist relativ klar wofür sie sich entscheiden werden. Es könnte deswegen zu einer Situation kommen wo es nur noch sehr große und bekannte Unis gibt.

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Zukunft und Arbeit als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.