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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Samstag, 10.11.2018

Formale Bildung wird unwichtiger - dafür rückt der Mensch in den Mittelpunkt

Esko Kilpi schafft es immer wieder, mit seinen Umdeutungen bestehender Interpretationsmuster vollkommen neue Perspektiven auf scheinbar gewohnte Paradigmen zu eröffnen. In seinem neuesten Debattenbeitrag stellt er die These auf, dass wir uns von der Fokussierung auf individuelle berufliche Kompetenzen lösen müssen und die Kompetenzen von Arbeitnehmern nur in ihrem Wirken in sozialen und beruflichen Kontexten beurteilen können. Und diese Eigenschaften sind natürlich auch nicht mit den üblichen HR-KPIs zu messen:

"They are, and should be, too qualitatively different to compare quantitatively."

In der Ära der Massenproduktion ging man von der Kompetenzpyramide aus. An der Spitze eines Unternehmens stehen wenige formal Hochqualifizierte, die sich aufgrund komplizierter Arbeitsumgebungen und persönlichen Coachings ständig weiterentwickeln, in der Mitte folgen die “weniger talentierten”, denen man nur standardisierte Fortbildung zukommen lässt. An der Basis steht generische Arbeit. Damit ließ zu viel geringqualifizierte Arbeit das Bildungssystem scheinbar Geringqualifizierte hervorbringen, die jedoch keine Chance auf Weiterentwicklung haben. Das Bildungssystem und die Hierarchiepyramide erfüllen ihre gegenseitigen Erwartungen.

Damit einher ging die Zementierung eines entsprechenden Gehaltssystems, das durch formale Hierarchiestufen scheinbar legitimiert wurde.

Im Zeitalter der Wissensarbeit geht es aber um Kreativität bei der Lösungsfindung in komplexen Umgebungen. Lösungen können nur in der Interaktion zwischen Menschen entstehen. Dabei spielt formale Bildung keinerlei Rolle. Heutige Unternehmen und Führungskräfte sind darauf nicht eingestellt, so Kilpi:

"Most decision makers are still unaware of the implications of the complex, responsive properties of the world we live in. Enterprises are not organized to facilitate interactions… . Interaction creates capability beyond individuals."

Es sind Sätze wie dieser, die die Beiträge von Kilpi immer wieder lesenswert machen.

Formale Bildung wird unwichtiger - dafür rückt der Mensch in den Mittelpunkt
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