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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Sonntag, 08.10.2017

Entwicklung von KI: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Nachdem das Pendel der öffentlichen Debatte um die Zukunft und Bedeutung der Künstlichen Intelligenz in den letzten zwei Jahren nur in eine Richtung ausgeschlagen hat (KI ist schon morgen eine Gefahr für die Menschheit), beginnt das Pendel nun scheinbar in die andere Richtung auszuschlagen. So weist ein aktueller Beitrag des MIT Technology Review (Autor: Rodney Brooks) darauf hin, dass es etliche Missverständnisse in der Debatte um KI gibt, die zu einer hemmungslosen Übertreibung der Entwicklung geführt haben. Insbesondere volkswirtschaftliche Studien haben regelmäßig zur Folge, dass ihr falsches lineares Verständnis der Entwicklung des Arbeitsmarktes (in der Wechselwirkung mit der Entwicklung der KI) zu Aussagen führt (x% der Arbeitsplätze gehen in den nächsten zehn Jahren verloren), die die Menschen verschrecken, dabei aber rein gar nichts mit einem Verständnis von KI zu tun haben.

Der erste Grund für ein fehlendes Verständnis von KI liegt darin begründet, dass gemeinhin die Auswirkungen von Technik kurzfristig über- und langfristig unterschätzt werden (Beispiel GPS). Der zweite Grund ist der, dass wir nicht gewohnt sind, das Undenkbare zu denken. Der dritte Grund ist, dass durch den Begriff des Machine “Learning” das Konzept menschlichen Lernens in falscher Weise auf das Bild von KI übertragen wird. Dadurch werden viertens Performanz und Kompetenz verwechselt. Fünftens ist für die meisten Menschen nicht wirklich nachvollziehbar, was exponentielles Wachstum der KI-Kapazitäten bedeutet. Sechstens leistet auch Hollywood einen Beitrag dazu, dass KI nicht mehr rational bewertet wird. Und schließlich wird zu wenig zwischen den Produktzyklen von Hard- und Software unterschieden. Hardware entwickelt sich deutlich langsamer und vorhersehbarer als Software.

Ob nun Elon Musk über- und das MIT untertreibt, müsst ihr entscheiden. Keine einfache Entscheidung.

Entwicklung von KI: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
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