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Zukunft und Arbeit

Thomas Rehehäuser
Thomas Rehehäuser
Community piq
Donnerstag, 25.04.2019

Eine Ethik für unsere gemeinsame Zukunft

Dieser Text ist eine Übersetzung von Bettina Gold-Harnack aus dem Spanischen, von Leonardo Boff. Ich piqe ihn, weil er ein wichtiges Thema für unsere gemeinsame Zukunft umschreibt. Eine gemeinsame Ethik, die verantwortungsvoll mit diesem Planet umgeht.

Er beginnt mit einem Zitat vom Papst Franziskus aus der Enzyklika "Laudato Si":

»Niemals haben wir unser gemeinsames Haus so schlecht behandelt und verletzt wie in den letzten beiden Jahrhunderten… Diese Situationen rufen das Stöhnen der Schwester Erde hervor, die sich dem Stöhnen der Verlassenen der Welt anschließt, mit einer Klage, die von uns einen Kurswechsel verlangt.«

Leonardo Boff beschreibt konkrete Anforderungen an die neue Ehtik:

» Diese Ethik muss auf Prinzipien gegründet sein, die universell sind, verständlich und für jede und jeden praktikabel. Es geht um die essentielle Achtsamkeit, das liebevolle Verhältnis zur Natur, den Respekt für jedes Lebewesen, denn jeder und jede besitzt einen Wert in sich selbst, die mit allen geteilte Verantwortlichkeit für die gemeinsame Zukunft der Erde und der Menschheit, die universelle Solidarität, in der wir einander helfen, und schließlich das Mitgefühl, durch das wir das Leid der anderen und der Natur selbst zu unserem eigenen machen.

Diese Ethik für die Erde muss ihre beschädigte Lebenskraft wiederherstellten, sodass sie in der Lage ist, uns weiterhin all das zu geben, was sie uns schon immer während unserer gesamten Existenz auf diesem Planeten gegeben hat.«

Und er bringt die Spiritualität ins Gespräch. Eine Ehtik ohne spirituelle Basis ist nicht zielführend.

»Eine solche Spiritualität hat ihre Wurzeln in der Vernunft des Herzens und des Verstands. Von dort empfangen wir die Leidenschaft für die Achtsamkeit und eine ernsthafte Hingabe aus Liebe, Verantwortlichkeit und Mitgefühl für das Gemeinsame Haus.«

Und dann spannt Leonardo Boff den Bogen zu Antoine de Saint-Exupéry, in einer wunderbaren Art und Weise, die ich leider aus Platzgründen nicht darlegen kann.

Lesenswert!

Eine Ethik für unsere gemeinsame Zukunft
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Kommentare 5
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Sehr schöne Gedanken. Und jetzt alle.....

  2. Thomas Rehehäuser
    Thomas Rehehäuser · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Ich mag diesen Absatz und muss ihn hier einfach teilen:
    »Doch in unserer Kultur vergessen wir alle, das Leben des Geistes zu kultivieren. Dies ist unsere radikalste Dimension, in der die großen Fragen beheimatet sind, wo unsere kühnsten Träume sind und wo die großzügigsten Utopien formuliert werden. Das Leben des Geistes wird von solch immateriellen Gütern genährt wie der Liebe, Freundschaft, Mitgefühl, Achtsamkeit und Offenheit für das Unendliche. Ohne das Leben des Geistes ziehen wir heimatlos herum und ohne einen Sinn, der uns führt und unser Leben lebenswert macht.«

  3. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · Erstellt vor 4 Monaten ·

    hm. die Kurzfassung hier im PIQD klang - sorry - wesentlich besser als der eigentliche text. der ist mir viel zu "spirituell" esoterisch. Von wegen leben des geistes, Engel und Dämonen etc.
    zu viel Mystik.

  4. Christine Köhler
    Christine Köhler · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Die PIQD-Kurzfassung von Herrn Rehehäuser spricht mich auch sehr an. Die Spiritualismus-Kritik im Gliem'schen Kommentar aber auch! Boff scheint viele Gegensätze zu vereinen. Auf Wikipedia steht, dass Ratzinger der zweite Gutachter gewesen sei, als Boff Anfang der 70er promovierte! Interessant auch, dass er zum Beispiel mit marxistischen Denkern Allianzen bildet, wie beim Weltsozialforum. Auch diesen Hinweis (,,derstandard.at") habe ich der Wikipedia-Seite entommen. https://derstandard.at...

  5. Thomas Rehehäuser
    Thomas Rehehäuser · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Danke an Cornelia Gliem und Christine Köhler für Ihre Gedanken zum piq. Ich liebe es, unterschiedliche Perspektive auf einen Artikel zu erkunden. Andere Interpretationen und ergänzende Informationen zu entdecken. Danke dafür.

    Mich hat das Leben des Geistes angesprochen, weil er von "kühnsten Träume sind und wo die großzügigsten Utopien" in diesem Kontext spricht. Und mein Eindruck ist, wir brauchen wieder mehr Träume in unserer Kultur, wir sollten mehr Utopien (im Sinne wie wir Leben wollen) denken und darüber sprechen. Engel und Dämonen sind die Stimmen, die viele aus ihrem Alltag kennen. Der gute Engel ("tue es, es hilft deinem Partner") und das Teufelchen ("nein, das hat er heute nicht verdient").

    Deshalb geht dieser Text für mich nicht so sehr in spirituelle, sondern ins Mitmenschliche, ins Gemeinsame, in unsere gemeinsame Zukunft - die wir gemeinsam erschaffen können, wenn jeder aus seinem Schneckenhaus raus kommt.

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