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Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
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piqer: Karsten Lemm
Donnerstag, 06.10.2016

Die neuen Job-Hopper: Aus Karriere-Leitern werden Karriere-Inseln

Jede Generation definiert sich über die Unterschiede zu ihren Vorgängern. Hier beschreibt ein überzeugter Millennial, warum Karrierepfade, wie sie Eltern und Großeltern eingeschlagen haben, für ihn und viele andere aus seiner Altersgruppe keine Erfüllung bringen: Das Hoch-Arbeiten in einem bestimmten Unternehmen, das Hoffen auf Beförderung, das Buhlen um das Wohlwollen der Vorgesetzten auf der Jagd nach der eigenen Spitzenposition – alles von gestern. Jedenfalls für alle, die es ähnlich sehen wie der Autor dieses Kommentars, Adam Poswolsky, der gerade ein Buch über die moderne Sinnsuche im Berufsleben geschrieben hat.

Die Gründe sind vielfältig, aber ganz oben steht – vielen Umfragen zufolge – der Wunsch, mehr mit dem eigenen Leben anzufangen, als nur das Geld für ein Reihenhaus in der Stadtrandsiedlung zu verdienen. 28 Prozent der (amerikanischen) Millennials haben das Gefühl, dass ihre Fähigkeiten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber nicht voll zur Geltung kommen; die Hälfte wäre bereit, für eine andere Beschäftigung Gehaltseinbußen hinzunehmen – und jeder Fünfte hat in den vergangenen zwölf Monaten tatsächlich den Job gewechselt. Dreimal so viele wie in anderen Altersgruppen.

„Organisationen reagieren nicht schnell genug auf den Wunsch dieser Generation, Arbeit mit Sinn zu erfüllen“, folgert Poswolsky. „Millennials geht es nicht darum, Karriereleitern zu erklimmen.“ Schulen und Universitäten sollten Absolventen auf Flexibilität und die Bereitschaft zum Experimentieren vorbereiten, verlangt Poswolsky, und die Karriereleiter sollte als Bild von einem Teich voller Seerosen abgelöst werden: Jede Blume steht für eine Insel, einen Punkt auf dem Karriereweg, verwurzelt in den eigenen Werten, Wünschen und Ambitionen.

Das mag romantisch verklärt sein, aber es deckt sich mit den Anforderungen des Jobmarktes, der immer mehr Flexibilität und die Bereitschaft zum ständigen Weiterlernen verlangt – weil der Job fürs Leben ohnehin passé ist: ein Privileg vergangener Generationen.

Die neuen Job-Hopper: Aus Karriere-Leitern werden Karriere-Inseln
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Kommentare 3
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 12 Monaten

    Ob der Job fürs Leben tatsächlich ein Privileg war....
    Egal, schöner piq. Vielen Dank!

    1. Karsten Lemm
      Karsten Lemm · vor 12 Monaten

      Danke. Ja, „Privileg“ ist natürlich aus Sicht des Status quo formuliert – aber Umfragen und Studien zeigen immer wieder, dass viele Menschen (zumindest aus früheren Generationen) weit mehr Wert legen auf die finanzielle Sicherheit, die ein Job fürs Leben gibt, als auf Flexibilität und die Suche nach Erfüllung im Beruf. Ist ja auch verständlich: Wie soll man mit dem ständigen Herumhüpfen oder Freelancing eine Familie ernähren? Heute mag es klappen, aber die Unsicherheit, wo Miete und Supermarkt-Budget für morgen und übermorgen herkommen, ist dabei ein ständiger Begleiter.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 12 Monaten

      @Karsten Lemm Guter Punkt. Wäre interessant zu wissen, ob es einen signifikanten Unterschied gibt zwischen der Anzahl an Kindern in Haushalten mit zwei Freelancern / einem Festangestellten /zwei Festangestellten.