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Zukunft und Arbeit

Mads Pankow
Journalist und Kulturproduzent
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piqer: Mads Pankow
Mittwoch, 11.01.2017

Der intelligente Kamm bleibt dumm — ist „künstliche Intelligenz“ nur ein Marketing-Label?

Falls ihr es noch nicht gehört habt: Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas wurde letzte Woche die erste intelligente Haarbürste vorgestellt. Mit W-Lan und App natürlich. Die hilft ganz „smart“ dabei, die eigene Haarbürstroutine zu optimieren. Das erste Opfer der künstlichen Intelligenz ist also der Spliss.

Beispiele wie diese veranlassten Devin Coldewey zu einem lesenswerten Rant auf Techcrunch gegen die Verwendung der Begriffe „smart devices“ und „artificial intelligence“. Die meisten Dinge, auf denen diese Lable zu lesen seien, wären überhaupt nicht smart und schon gar nicht intelligent.

Mangels einer eindeutigen Definition von künstlicher Intelligenz, sei dieses Attribut inzwischen auf allem zu lesen, was einen Stromanschluss habe und dringend verkauft werden müsse. Dabei handele es sich meistens nicht um künstliche Intelligenzen, die in den Gadgets operieren, sondern um altbekannte Datenauswertung. Meine Serienvorschläge auf Netflix sucht keine KI zusammen, sondern ein simpler Algorithmus, der aus Nutzerdaten herausfiltert, was andere Zuschauer meiner Lieblingsserien noch so schauen. Intelligent ist daran nur die Auswahl der Nutzer, nicht die Software.

Doch selbst wenn tatsächlich die neueste Generation der KI-Technik in diesen Gadgets verbaut wäre, bliebe fraglich, welchen Zweck sie dort hätte. Was soll KI mit meiner Bürste anrichten? Ein Großteil der „intelligenten“ Smart Home Applications bleiben völlig mehrwertfrei, weshalb auch fast 20 Jahre nach Ankündigung des „intelligenten Kühlschranks“ niemand einen zu Zause hat.

Wenn man überhaupt von KI reden wolle, meint Coldewey, könne sich der Begriff höchstens auf die Forschung beziehen, die sich anschickt eine solche gerade zu entwickeln. Denn bisher sind auch die avanciertesten Systeme noch nicht wirklich „intelligent“.

Der intelligente Kamm bleibt dumm — ist „künstliche Intelligenz“ nur ein Marketing-Label?

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