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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Montag, 07.01.2019

Demnächst 6 Monate bezahlte Elternzeit im Silicon Valley?

Während das Silicon Valley und die dort vertretenen Tech-Firmen in vielen Aspekten des neuen digitalen Arbeitens weltweit sicher als Vorreiter bezeichnet werden können, besteht doch in einem Punkt größter Nachholbedarf: Der bezahlten Elternzeit, die es Eltern erlaubt, einen Teil ihrer Zeit bezahlt dem Kind zur Verfügung zu stellen. Während dies in Skandinavien inzwischen seit Jahrzehnten die Regel ist, scheiterten Bundesgesetze in den USA stets an der Frage der Finanzierung, wenngleich konstant etwa 80% der US-Bürger eine solche gesetzliche Möglichkeit unterstützen würden. Die New York Times berichtet daher vom neuesten Versuch, ein solches Gesetz auf Ebene eines Bundesstaates (in diesem Fall Kalifornien) zu implementieren.

Während ein Teil der großen Tech-Firmen und auch ein kleiner Teil der Bundesstaaten die Möglichkeit der bezahlten Elternzeit nur in mehr oder weniger rudimentärer Form (max. 12 Wochen) anbieten, fällt der Ansatz aus Kalifornien wegen seiner Dauer aus der Reihe: Es geht letztlich um einen denkbaren Zeitraum von 6 Monaten. Eine Ausweitung auf mehr als 6 Monaten wird von der Forschung und Think Tanks aber eher abgelehnt, da es für die Karriere der Frauen schädlich sein könnte. Es verwundert etwas bei der weiteren Lektüre des Textes, dass “Parental Leave” ausschließlich unter diesen weiblichen Karrieregesichtspunkten gesehen und beurteilt und sogar in einen globalen Wettbewerbskontext eingeordnet wird:

“Because we refuse to acknowledge that people have families and care issues, we’re falling behind our economic competitors.”

Ist das der höhere Sinn von bezahlter Elternzeit? Das Hamsterrad der Karriere als vermeintlich und einzig seligmachenden Lebensweg nach der Geburt noch schneller drehen zu können? Ich fände diesen Ansatz zu kurz gesprungen. Der Text macht deutlich, dass dieser (mögliche?) Widerspruch zwischen Interessen der Eltern und Interessen der Mütter in der US-Debatte noch nicht aufgelöst zu sein scheint.

Demnächst 6 Monate bezahlte Elternzeit im Silicon Valley?
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