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Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
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piqer: Karsten Lemm
Sonntag, 04.12.2016

Das tägliche Durchwursteln und der Traum vom Nichtstun

Eine neue Umfrage der Körber-Stiftung zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinander klaffen, wenn es darum geht, wie Deutsche gern arbeiten würden – und wie sie tatsächlich arbeiten müssen: Am liebsten hätten die Befragten eine Vier-Tage-Woche mit 31 Stunden Arbeit. Die Realität sind stattdessen gut 41 Stunden für Männer und fast 34 Stunden für Frauen. 71 Prozent ist Nichtstun wichtig, aber kaum jemand findet Zeit dafür:

Durchweg alle – ob Mann oder Frau, ob älter oder jünger – wünschen sich mehr Zeit, als sie momentan haben.

Statt Muße zu finden, plagt sich die Mehrheit (56 Prozent) mit häufigem Stress. Liebend gern würden mehr als 80 Prozent der Befragten ein Lebenszeitkonto für Arbeit nutzen, um ihr Leben flexibler zu gestalten: mal mehr, mal weniger beschäftigt sein, je nach Bedarf. Da das (bisher) nur ein Traum ist, verfallen die meisten aufs Durchwursteln. 95 von 100 Befragten sehen die Anforderungen von Arbeitswelt und Familie eigentlich als unvereinbar an. Allerdings: Auf sich selbst bezogen, geben immerhin 44 Prozent an, ganz gut klar zu kommen.

Düster wird es beim Blick nach vorn: Optimistisch sind die Deutschen nur beim Lebensalter – fast drei Viertel erwarten, älter als 80 Jahre zu werden. Nur 15 Prozent der Jüngeren glauben daran, dass sie ein besseres Leben führen können als ihre Eltern und Großeltern. Und während 92 Prozent der Ansicht sind, dass Deutschland ein anderes Rentensystem braucht, um auf die veränderte Demographie zu reagieren, trauen nur 25 Prozent der Politik zu, diese Herausforderung zu meistern.

Die Umfrage dokumentiert eine Gesellschaft im Wandel und zeigt, dass es höchste Zeit wird für flexiblere Arbeitsmodelle – an dem Wunsch danach mangelt es nicht, allenfalls am Angebot.

Das tägliche Durchwursteln und der Traum vom Nichtstun
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