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Zukunft und Arbeit

Meike Leopold
Kommunikationsexpertin

Kommunikationsexpertin mit Wurzeln im Journalismus. Unternehmensbloggerin der ersten Stunde. Buchautorin und Speakerin. Seit 2016 selbstständige Beraterin für (digitale) Unternehmenskommunikation. Bloggt auf www.start-talking.de.

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piqer: Meike Leopold
Montag, 22.01.2018

Crowdwork als Experimentierfeld für die Arbeit der Zukunft

Mehr Unabhängigkeit und Freiheit bei der Arbeit oder totale Abhängigkeit von gesichtslosen und intransparent agierenden Plattformen im Netz, die Jobs im Fließbandverfahren verteilen? Die Meinungen über die Vor- und Nachteile von Crowdworking gehen auseinander - offenbar besonders unter den Betroffenen selbst.

Die ZEIT stellt das Projekt "Zwischen digitaler Bohème und Prekarisierung. Arbeit und Leistung in der Crowd" des Wissenschaftszentrums Berlin in Form eines Gespräches mit der Wissenschaftlerin Christine Gerber vor. Sie hat für das Projekt Plattformbetreiber und Crowdworker interviewt.

In Deutschland gibt es aktuell schätzungsweise 1000 bis 5000 Crowdworker, mehrheitlich zwischen 20 und 35 Jahren. Genauere Zahlen hat Gerber derzeit nicht. Sie bezeichnet diese neue Form der Arbeit im Internet als "abhängige Selbstständigkeit". Für die Jobber gibt es keinerlei soziale Absicherung, das gesamte Risiko liegt bei ihnen. Andererseits müssen sie komplett nach den Vorgaben ihrer Auftraggeber arbeiten.

Problematisch sind u.a. die Bewertungssysteme, mit denen manche Plattformen arbeiten. Oft sind die Kriterien für die Bewertungen nicht transparent, gegen schlechte Noten für die abgelieferte Arbeit kann man sich kaum wehren. Es hilft aber, "ständig online und arbeitsbereit (zu) sein, sonst sinkt die Reputation und damit auch die Chance auf besser bezahlte Jobs." Anonymität ist auch nicht immer garantiert. So kommt es beispielsweise vor, dass Frauen bei IT-Aufträgen benachteiligt werden. Eine Solidarisierung untereinander gibt es bei den Crowdworkern bis dato kaum.

Einige tausend Crowdworker - das Phänomen ist hierzulande noch überschaubar. Interessant ist die Einschätzung der Wissenschaftlerin, dass diese Form der prekären Arbeit für traditionelle Tarifbereiche gefährlich werden könnte, weil sie einfach günstiger ist. Auch das Prinzip von öffentlichen Bewertungen und Rankings der Leistung könnte verstärkt in die traditionelle Arbeitswelt Einzug halten, so Gerber.

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