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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Montag, 22.06.2020

Corona und Automatisierung: Wenn zwei Megatrends zum Super-Trend werden

McKinsey stellt in diesem Beitrag eine Analyse von über 1.000 regionalen Arbeitsmärkten und 285 städtischen Regionen in ganz Europa vor. Zielhorizont der Analyse ist das Jahr 2030. Damit einher geht auch der Versuch, trotz der von Corona dominierten Arbeitsmarktentwicklung einen Blick in die fernere Zukunft der Arbeit zu werfen. Die Automatisierung, die regionale Clusterung von Arbeitsmärkten, der sich verändernde Branchenmix und der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitsangebotes stehen im Fokus der Analyse.

Ein Blick zurück auf die letzten 15 Jahre offenbart dabei: Erstens hat der Umfang der Beschäftigung gerade für Hochqualifizierte weiter zugenommen, zweitens hat dieser Anstieg in wenigen hochkonzentrierten Regionen stattgefunden und drittens ist der Grad der Arbeitsmobilität sehr hoch. McKinsey unterteilt die Regionen in Wachstums-, Stabilitäts- und Schrumpfungsregionen. Erstere sind zum Beispiel die Mega-City-Regionen Paris und London, Stabilitätsregionen lassen sich zu 70 % in Deutschland finden, letztere sind wiederum v. a. in Osteuropa zu finden.

Dass Wachstumsregionen mit mehr Wohlstand und Innovationen einhergehen, ist hingegen eher eine Binsenweisheit, deren Erwähnung es eigentlich nicht bedurft hätte. Erstaunlicher mutet dagegen aber schon das reale Zusammenwachsen der europäischen Arbeitsmärkte an, das in den Zahlen ganz deutlich zu sehen ist:

"The number of working-age Europeans who live and work in another European country doubled from 2003 to 2018, from fewer than eight million (2.3 percent of the total working-age population) to 16 million (4.8 percent)."

Leider wird Corona schätzungsweise jeden 4. Arbeitsplatz in ganz Europa auch nach Beendigung der restriktiveren Maßnahmen des Lockdowns negativ beeinträchtigen. Sei es durch ein reduziertes Gehalt, verkürzte Arbeitszeiten oder durch negative Auswirkungen auf Sektoren wie bspw. den Tourismus. Da gleichzeitig infolge der Automatisierung aber sowieso schon jeder 4. Job in Europa bedroht gewesen ist, ergibt sich durch die Überlappung von Automatisierung und Corona eine beträchtliche Schnittmenge von 24 Millionen Jobs, die durch das Zusammentreffen beider Trends mittelfristig bedroht sind. Diese Jobs werden ausgerechnet von den eher geringer qualifizierten Arbeitskräften ausgeübt, die nun auch von der Pandemie besonders stark betroffen sind. Dazu kommt dann noch einmal – sich bis 2030 verstärkend – die negative Demografie. Besonders in Deutschland, Polen und Italien sinkt das Arbeitsangebot bis 2030 um bis zu 9 % und stellt somit eine große Hürde dar, wenn es darum geht, zur Abmilderung der Folgen der Branchenveränderungen Arbeitskräfte und neue Kompetenzanforderungen zueinander zu bringen.

Spannend ist, dass v. a. soziale Arbeit, Arbeit im Gesundheitssektor und der Bildungssektor in ihrer quantitativen Bedeutung – neben technischen und wissenschaftlichen Jobs – zunehmen werden. Büro-Tätigkeiten und die Arbeit in der Produktion werden hingegen die hauptsächlichen Verlierer der Veränderungen bis 2030 sein. Unabhängig von den Branchen werden in erster Linie technische Kompetenzen gefragt sein:

"Activities that require technological skills will grow in all industries, creating even more demand for workers with STEM skills (increasing 39 percent), who are already in short supply."

Job-Wachstum wird geografisch gesehen dort zu finden zu sein, wo auch heute schon starke Wachstums-Hubs existieren. Dementsprechend sehen die Autoren der Studie auch die Lösung der erkennbaren perspektivischen Probleme in erhöhter Arbeitsmobilität, in systematischer Weiterbildung, der Öffnung der Arbeitsmärkte, auf denen Knappheit des Arbeitsangebotes herrscht, der Erhöhung der Erwerbsbeteiligung in allen Gruppen der Gesellschaft sowie ausgeprägten regionalen Entwicklungsstrategien in schrumpfenden Regionen.

Bei aller Klarheit der Aussagen darf aber nicht vergessen werden, dass diese Arten der Analyse immer lineare Fortschreibungen von Ist-Zuständen sind. So ist zum Beispiel schon heute erkennbar, dass das Konzept der Metropolen zunehmend infrage gestellt wird, da hohe Mieten für Wohnungen und Büros, hohe Umwelt- und Stressbelastungen, lange Pendelzeiten Realitäten sind und die gleichzeitig durch Corona in den Fokus gerückte Möglichkeit für Millionen von Menschen, außerhalb tradierter Bürowelten zu arbeiten, zur realen Option geworden ist. Dies kann den Drang in die Städte durchaus beträchtlich abmildern und die Ergebnisse einer solchen Studie als solches hinterfragen. 

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