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Zukunft und Arbeit

Bürokultur – was Arbeitgeberinnen vom Hotelgewerbe lernen können

Ole Wintermann
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Ole WintermannDonnerstag, 29.04.2021

Tracy Brower geht für ihren Beitrag bei Forbes ungewöhnliche Wege; sie fragt Max Behesht, Dekan der César Ritz Colleges und Culinary Arts Academy in Luzern, in welcher Weise man die Erfahrungen aus dem Hotelgewerbe bezüglich der Gästebindung auf die Rückkehrwilligkeit der Arbeitenden in die Büros übertragen kann.

Im Kern: Es ist wichtig, so Behesht, dass durch die Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitskultur eine emotionale und authentische Verbindung zwischen dem Beschäftigten und seinem Arbeitgeber, dem Arbeitsort und der Arbeit selbst aufgebaut werden kann.

Die Büroräume müssen wohnlich gestaltet sein und Wärme ausstrahlen. Sie müssen für einen Ort stehen, an dem man sich gerne aufhält, den man mit positiven sozialen Erlebnissen verbindet. Essen und Trinken spielt dabei eine extrem wichtige Rolle, sind sie doch die Anlässe sozialer Interaktion. Arbeitgeber sollen sich dabei von wesentlichen Elementen einer gelebten Gastfreundschaft leiten lassen. Der Mitarbeitende muss sich bereits am Eingang des Bürogebäudes willkommen geheißen fühlen. Auf dem Weg in seine Büroräume muss er durch die Gestaltung der Wege das authentische Gefühl vermittelt bekommen, wertgeschätzt zu werden. Die Arbeitsumgebung muss den Beschäftigten beständig Interaktionspunkte anbieten, ohne dass eine Verpflichtung besteht, diese auch nutzen zu müssen. Behesht vergleicht dies mit dem Erlebnis der Buchung und Durchführung einer Pauschalreise; dieses Gefühl, grundsätzlich immer im Fokus der Aufmerksamkeit des Veranstalters zu stehen und sich nie alleingelassen zu fühlen.

Er betont, dass Arbeitgeberinnen sich darauf einstellen sollten, dass Beschäftigte in der Corona-Zeit des Home Office und des Mobilen Arbeitens gelernt haben, die Dinge zu identifizieren, die sie produktiver und die ihnen den Arbeitsalltag angenehmer werden lassen. Um diese Dinge herauszufinden, ist es für die Arbeitgeberin wichtig, den Beschäftigten zuzuhören, aus deren Erfahrungen zu lernen und die Rückschlüsse in die Gestaltung der Bürokultur eingehen zu lassen. Wenn die Arbeitgeberin darauf eingeht, besteht eine große Chance, eine authentische und langfristige Bindung mit den Beschäftigten aufzubauen.

Etwas pathetisch sagt Behesht am Ende:

“[Creating great experiences] attaches and connects to everything we do in life and in the world of business. Beyond tourism and hotels…this is what the future contains.”

Ob sich letztlich diese Erfahrungen aus dem Hotelgewerbe so auf Büroarbeit übertragen lassen, sei dahingestellt. Wichtig ist aber, dass es zukünftig mehr darum gehen sollte, im Angestellten den Menschen und nicht nur ein Rad im Getriebe zu sehen.

Bürokultur – was Arbeitgeberinnen vom Hotelgewerbe lernen können

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Kommentare 6
  1. Gabriele Feile
    Gabriele Feile · vor 7 Monaten · bearbeitet vor 7 Monaten

    Vielen Dank für diesen Blickwinkel. Ich habe den Beitrag noch nicht gelesen. Allerdings habe ich mehrere Jahre in Hotels gearbeitet und kann sagen: die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden dort haben all das nicht, was die Gästebereiche haben. Büros befinden sich oft im Keller oder in dunklen Gängen, haben ergo kein Tageslicht und es gibt wenig Platz. Menschen teilen sich Schreibtische, Stühle, Telefone, Computer. Abstand lässt sich da nicht halten. Die Kantinen sind auch oft in fensterlosen Räumen, und von so Dingen wie Kicker oder Playstation träumen die meisten Hotelmenschen nur. Wirtschaftlich kann man das nachvollziehen, denn jeder nutzbare Quadratmeter wird so genutzt, dass er Geld bringt. So war das zumindest "vor Corona". Menschlich ist das allerdings sehr fragwürdig.

    1. Ole Wintermann
      Ole Wintermann · vor 7 Monaten

      Hallo, ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Es bleibt auch ein etwas schaler Nachgeschmack. Mir sind die Arbeitsbedingungen auch aus dem persönlichen Umfeld bekannt. Allerdings ändert dies ja letztlich nichts an den beschriebenen Vorstellungen. Ich habe seine Aussagen in ihrer Pathetik deswegen am Ende etwas infrage gestellt.

    2. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor 7 Monaten

      @Ole Wintermann Ich habe den Artikel jetzt gelesen und mir fiel ein, warum mich das Thema so irritiert. Denn Hotelmenschen, die das echte Gastgeber-Gen haben, lassen sich von schicken Büros nicht beeindrucken. Sie machen den Job aus anderen Gründen. Ich denke, das gilt auch für Menschen außerhalb von Hotels. Vor einiger Zeit habe ich mal was dazu geschrieben unter dem Titel: Wofür stehst du morgens auf? https://www.klub-der-k...

    3. Ole Wintermann
      Ole Wintermann · vor 7 Monaten

      @Gabriele Feile Ich habe den Beitrag gerade mal gelesen. Volle Zustimmung. Spannend wäre es zu untersuchen, ob in der umgekehrten Kausalität eine gute Arbeitskultur eventuell sogar Voraussetzung der entsprechenden Büro-Hardware ist?

    4. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor 7 Monaten

      @Ole Wintermann Stimmt, diese Frage könnte man wirklich mal stellen. Führt eine gute Kultur zu "guter" Ausstattung? Oder zu "sinnvoller" Ausstattung? Oft sind es ja hilfreiche Arbeitsmittel und nicht unbedingt "Schnick-Schnack", die das Arbeiten schöner machen.

    5. fritz fairmuenchen
      fritz fairmuenchen · vor 7 Monaten

      Die Klasse der Mitarbeitenden war im Artikel nicht unterschieden, aber für die obere Ebene ganz gut anregend, vielleicht werden mehr Betriebe dadurch von oben nach unten menschlicher, wenn es sich rechnet?

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