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Zukunft und Arbeit

Cornelia Daheim
Zukunftsforscherin
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piqer: Cornelia Daheim
Dienstag, 28.02.2017

Beruf der Zukunft: Computerspieler

Durch Digitalisierung und Automatisierung verschwinden gerade im Sektor der niedrig qualifizierten Beschäftigten viele Stellen. Aber es ergeben sich wohl auch zunächst überraschende neue berufliche Perspektiven: Zum Beispiel als professionelle Gamer, also Video- bzw. Computerspieler. Laut Edward Castronova, Professor für Telekommunikation an der Universität von Indiana, werden die Spieleanbieter Menschen dafür bezahlen, dass sie die angebotenen Game-Welten bevölkern. So absurd sich das zunächst anhören mag, völlig aus der Luft gegriffen ist die These des Experten für virtuelle Welten nicht. Castronova sieht darin nur die Fortsetzung eines Spieletrends der letzten Jahre.

Ursprünglich dominierten Geschäftsmodelle mit festen Monatsbeiträgen (etwa bei World of Warcraft), heute sind die meisten Online-Massenspiele (z.B. Clash Royale) „free-to-play“ – der Teilnehmer zahlt nur für Käufe, die er im Spiel vornimmt. Fast alle Einnahmen der Anbieter entfallen dabei auf einige wenige Spieler. Je stärker die Einkommenspolarisation auf dem Arbeitsmarkt ausfällt, desto wichtiger werden nach dieser Logik die Spieler für die Spielefirmen, und da Siege über Computergegner nicht so reizvoll sind wie die über menschliche Konkurrenten, werden sie dafür sorgen müssen, dass ihre Welten auch ausreichend bevölkert sind. Am Ende dieser Entwicklung steht der mit bestenfalls Mindestlohn bezahlte Spieler. Wie auch beim bereits existierenden Goldfarming keine beneidenswerte Arbeit, und zusätzlich zur schlechten Entlohnung fürchtet Castronova auch eine völlige soziale Isolation. 

Beruf der Zukunft: Computerspieler
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