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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Samstag, 29.10.2016

Arbeit kann töten

Wie kaschiert man einen stressigen Arbeitsalltag? Mit Hilfe von Alkohol, Antidepressiva, übermäßigem Essen? Dies sind nur drei Beispiele dafür, wie manche Menschen auf die Überlastung am Arbeitsplatz reagieren. Sie sind krank. Der Stress hat diese Menschen krank gemacht - und sie versuchen, auf ihre Weise damit umzugehen. Aber was ist es, das die Menschen krank macht - und bleibt es "nur" bei der Erkrankung?

Dieser Frage ist der Stanford Professor Jeffrey Pfeffer und Autor des Artikels gemeinsam mit zwei seiner Kollegen (Joel Goh und Stefanos Zenios) in einer Meta-Analyse von über 200 Studien nachgegangen. Betrachtet wurde, inwieweit stresserhöhende Arbeitsbedingungen Krankheiten hervorrufen oder sogar zum Tode führen können.

Die Auswertung zeigt: Wer wegen unsicherer wirtschaftlicher Lage um seinen Job fürchten muss, hat ein um 50 % erhöhtes Risiko krank zu werden. Insgesamt waren die Auswirkungen derart gravierend, dass sie mit den Folgen von Passivrauchen verglichen werden konnten. Die weitere aggregierte Auswertung ergab, dass jährlich in den USA etwa 120.000 Personen an den Folgen von schlechten Arbeitsbedingungen sterben. Damit schafft es die “Arbeit” auf Rang 6 der Todesursachen. Pfeffer zeigt mit dieser drastischen Zusammenstellung klar die Problemlage auf - sagt aber auch, dass durch entsprechendes Engagement in Gesundheitsprogrammen der Unternehmen dieser Todesursache entgegengewirkt werden kann.

Klar ist: Die Digitalisierung führt zum radikalsten Umbruch der Arbeit seit der industriellen Revolution und kann damit unter Umständen ebenfalls einen “Beitrag” zu den Todesursachen “leisten”. Umso wichtiger wird es sein, gegen die möglichen negativen Auswirkungen anzugehen. Noch besser wäre es, diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, indem durch Partizipation an der Gestaltung der sich ändernden Arbeitsbedingungen mitgewirkt werden kann. 

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