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Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
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piqer: Karsten Lemm
Freitag, 20.01.2017

Advocatus Technology: Von der Digitalisierung eines Berufsstandes

Die Auslegung von Regeln, das Schlichten von Streitigkeiten, das Prüfen gesetzlicher Vorschriften: Rechtsgelehrte haben seit vielen Jahrhunderten reichlich zu tun und durften bisher auf ähnlich reichliche Entlohnung und hohen gesellschaftlichen Status zählen.

Das wird für eine ausgewählte – aber wohl deutlich kleinere – Zahl an Juristen sicher auch weiterhin gelten, vielleicht sogar noch viel mehr als bisher. Doch die Pyramide spitzt sich zu: Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Aufgaben, die bisher zwar Expertenwissen erforderten, aber vergleichsweise einfach zu digitalisieren sind – etwa die Suche nach Präzedenzfällen. 

Wie sehr sich der Berufsstand gerade wandelt, zeigt dieser Jahresrückblick des gerade sieben Monate alten Blogs „Artificial Lawyer“. Da gibt es den Chat-Bot Do Not Pay, der dafür kämpft, Falschparkern die Strafgebühren zu ersparen; Firmen wie Lawgeex und Kira Systems, die durch automatisierte Vertragsprüfungen bis zu 80 Prozent schneller und 90 Prozent billiger sein wollen; und eine lange Liste an Weltkonzernen, von Bosch bis SAP und Vodafone, die solche Systeme bereits einsetzen oder gar mit entwickeln.

Vieles davon dient (zumindest derzeit) vor allem dazu, menschliche Juristen zu unterstützen oder ermöglicht ganz neue Konzepte – etwa dynamische Verträge für das Internet der Dinge auf Basis der Blockchain.

Beim Start des Blogs im Juni 2016 sei er sich nicht klar gewesen, ob solch ein (scheinbares) Nischenthema überhaupt genügend Leser finden könne, schreibt der Betreiber, Richard Tromans, aber schon nach wenigen Wochen sei daraus ein Vollzeit-Job geworden. Was zeigt, wie hier schon oft beschrieben, dass Automatisierung meist neue Aufgaben schafft, wo andere verloren gehen. Q.E.D.

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