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Zeit und Geschichte

Michaela Maria Müller
Journalistin, Autorin
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piqer: Michaela Maria Müller
Mittwoch, 06.12.2017

Zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls: Sein Sohn René erzählt

Am 21. Dezember 2017 wäre der Schriftsteller Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Sein Sohn René erzählt in diesem Podcast von seiner Kindheit zwischen dem Köln in der Nachkriegszeit und Irland, wo die Familie ab Mitte der 1950er-Jahre ein Bauernhaus besaß und Heinrich Böll arbeitete.

Anfang Januar 1972 veröffentlicht er im Spiegel einen Beitrag, in dem er die Berichterstattung der Bild-Zeitung im Zusammenhang mit dem Terror der RAF kritisierte. Nach der Veröffentlichung wurde er jahrelang zur Zielscheibe der Springer-Presse. Die Familie wurde in manchen Läden und Restaurants nicht mehr bedient, erinnert sich der damals 24-jährige René Böll. 

Im Herbst des gleichen Jahres wurde Heinrich Böll für sein Werk der Literaturnobelpreis verliehen.

Böll war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Bundesrepublik und meldete sich zu Wort. Er setzte sich für die vietnamesischen Boatpeople, für verfolgte Schriftstellerkollegen und gegen die Wiederaufrüstung ein.

Über ihn, der aus einer Handwerkerfamilie stammt, wurde oft gesagt, dass er der Schriftsteller der kleinen Leute sei. Böll widersprach dieser Zuschreibung. Er erwiderte darauf immer, er sei größenblind – so wie jemand farbenblind sei. 

Auch empfehlenswert ist der biografische Abriss seines Lebens und die Materialsammlung der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls: Sein Sohn René erzählt
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Kommentare 6
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 7 Monaten

    Aufschlussreich. Und eine Ergänzung: Wer Vater, Sohn, Enkelin und andere wie Biograph, Freunde sehen will:
    www.3sat.de/mediathek...

  2. Ralph Diermann
    Ralph Diermann · vor 7 Monaten

    Hat jemand in letzter Zeit mal was von Böll gelesen? Mich würde sehr interessieren, ob das heute noch zeitgemäß ist, in welcher Weise auch immer - oder nur noch als Spiegel der alten Bundesrepublik relevant ist. Sprich: Lohnt es sich, mal wieder Böll zu lesen (und wenn ja was), auch wenn man sich nicht für den rheinischen Katholizismus oder die ehemalige Bundeshauptstadt interessiert?

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 7 Monaten

      Ich habe tatsächlich kürzlich nochmal "Gruppenbild mit Dame" gelesen und hatte den Eindruck, dass der Stil nicht gut altert. Böll verliert sich in Details und einer Sprache, die nicht ohne Charme ist, aber einfach aus der Zeit gefallen wirkt. Man hat beim Lesen ständig einen Tagesschau-Sprecher aus den 50ern im Ohr, oder halt Günter Gaus.

    2. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · vor 6 Monaten

      @Frederik Fischer :) - das kann ich mir gut vorstellen

    3. Michaela Maria Müller
      Michaela Maria Müller · vor 7 Monaten

      Was ich in den letzten Jahren gern gelesen habe, waren die irischen Tagebücher. Die mag ich auch mit dem zeitlichen Abstand noch sehr gern. Und die Kurzgeschichte "Die Waage der Baleks", unbedingt.

    4. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · vor 6 Monaten

      @Michaela Maria Müller Vielen Dank für die Tipps! Das Irische Tagebuch habe ich vor Ewigkeiten sehr gerne gelesen. Das ist jetzt ein Anlass, es mal wieder in die Hand zu nehmen. Bin gespannt.