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Zeit und Geschichte

Achim Engelberg
Dr. phil.
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piqer: Achim Engelberg
Sonntag, 10.04.2016

Wir leben in einer Zeitenwende

Der große niederländische Schriftsteller Geert Mak erläutert in einem kompakten Interview die jetzige Krise Europas historisch:

"Im Anfang lag das Unheil. Schon an jenem regnerischen Märztag 1957 in Rom, als die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ins Leben gerufen wurde ... Die europäischen Staaten arbeiten zusammen, jedoch lediglich untereinander, ohne ein starkes Zentrum. Aber eine gemeinsame Währung lässt sich ohne ein starkes Zentrum nicht managen, und ein grenzenloser Raum wie Schengen kommt nicht ohne eine gemeinsame Migrationspolitik aus. .. Europa funktioniert nur mit einem starken, demokratisch legitimierten, bundesstaatlichen Zentrum, dass die Politik der Mitgliedstaaten orchestriert."

Er glaubt, dass wir in einer Zeitenwende leben - vergleichbar mit der am beginnenden 16. Jahrhundert: "Die Erfindung des Buchdrucks erschütterte damals die Welt und revolutionierte die Öffentlichkeit. Das Wort kam heraus aus den Klostermauern. Die Reformation erschütterte die kirchliche Autorität und die eine Wahrheit. Damit einher ging die Entdeckung des Individuums. Das führte schließlich hin zum Zeitalter der Aufklärung und der modernen Demokratie. Nun vollzieht sich mit der Globalisierung aufs Neue eine solche tektonische Verschiebung. Allerdings vollzieht sie sich dieses Mal sehr viel schneller. Einrichtungen wie die EU, die auf dem Fundament des Kompromisses und der Entdeckung der Langsamkeit beruhen, kommen gegen dieses Tempo nur sehr schwer an."

Wir leben in einer Zeitenwende
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