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Zeit und Geschichte

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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piqer: Dirk Liesemer
Montag, 25.09.2017

Wie Erdogan die Sultane und das Osmanische Reich verklärt

Seit einigen Jahren betreibt Recep Tayyip Erdogans AKP einen Neo-Osmanismus: Sie idealisiert und verklärt das Osmanische Reich und die Herrschaft der Sultane. Das Reich wird dabei als prachtvolles, tolerantes und weltoffenes islamisches Imperium präsentiert. Oliver Jens Schmitt, Professor für Geschichte Südosteuropas, unterscheidet zwei unterschiedliche Strategien der Verklärung: die eine richte sich an die eigene Bevölkerung, die andere an die Europäer und dabei insbesondere an Menschen in Regionen, die einst zum Osmanischen Reich dazugehörten. Die AKP versuche einseitig negative Bilder der Osmanen durch einseitig positive zu ersetzen. Diese Aufgabe werde ihr durch eine postkoloniale und postmoderne Befangenheit im Westen erleichtert. Die türkische Geschichtspolitik blende dabei aber nicht nur Despotismus und Massenmord aus, sondern auch die Gründe und die Begleitumstände des spätosmanischen Scheiterns. Sie könnte deshalb an genau jenem politischen Islamismus zugrunde gehen, an dem bereits die Sultane gescheitert sind.

Wie Erdogan die Sultane und das Osmanische Reich verklärt
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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 4 Monaten

    Danke, ein erhellender Artikel.
    Die Verklärung der monarchischen Vergangenheit ist wohl vielen, wenn nicht allen autoritären Herrschern gemein - egal ob in Ankara, Moskau oder Budapest.