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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs

Wer hat Angst vorm fremden Mann?

Die Hamburger Polizei hat gerade zwei afghanische Flüchtlinge als mutmaßliche Täter der Silvesternacht festgenommen, in Köln fahnden die Behörden immer noch nach weiteren Männern, die junge Frauen sexuelle belästigt und beklaut haben sollen. Die Übergriffe sind nun 22 Tage her – der Vorfall sorgt weiter für Diskussionen. Eine kleine historische Einordnung. 

Wer die Täter sind, da scheinen sich Medien, Politik und Gesellschaft einig zu sein. Nordafrikaner oder Araber, auf jeden Fall Ausländer. Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe und Kolumnist, hadert mit dem Begriff „Ausländerkriminalität“. Er fragt: „Wer sind ‚Ausländer’? Japanische Touristen, amerikanische Soldaten, diplomatisches Personal, illegale marokkanische Einwanderer: Darf man die alle gleich behandeln?“

Solche Fragen sind nicht neu. Schon immer wurden Verbrechen von mutmaßlichen Fremden als bedrohlicher empfunden als die Untaten von Landsleuten. „Das Phänomen ‚Ausländerkriminalität’ ist nämlich weder auf der Domplatte zu Köln am 31. Dezember 2015 noch überhaupt in Deutschland erfunden worden. Es wird seit ungefähr 150 Jahren diskutiert in vielen Staaten dieser Welt. ‚Ausländerkriminalität’ ist ein vielschichtiges, kompliziertes und interessantes "Phänomen" und Forschungsgebiet.“ Fischer blickt nicht nur in die Geschichte – er nutzt auch die Erkenntnisse der Kriminologie – um das Thema einzuordnen:

„Die Zahlen zeigen zum Beispiel, dass die Kriminalitätsbelastung junger ‚deutscher’ Männer zwischen 18 und 25 nicht nennenswert niedriger ist als die von Ausländern – Einwanderern – derselben Altersgruppe. Dass die allermeisten Opfer von Gewalttaten aus genau derselben sozialen Gruppe kommen wie die Täter. Dass die Erfolge von Resozialisierung verurteilter Straftäter bei Ausländern nicht wesentlich geringer sind als bei Inländern.“

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