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Zeit und Geschichte

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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piqer: Dirk Liesemer
Donnerstag, 04.01.2018

Was könnten die Machthaber im Nahen Osten aus der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges lernen?

In seiner Eröffnungsrede zum deutschen Historikertag 2016 erzählte der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier, dass man sich in seinem Amt darüber Gedanken mache, wie sich die Ansätze zu einer Konfliktlösung im Nahen und Mittleren Osten verbessern ließen. In einem ersten Schritt habe man sich einige Instrumente des Vertrages zum Westfälischen Frieden daraufhin angeschaut, ob sie noch heute tauglich sein könnten. Tatsächlich fallen beim Vergleich des Dreißigjährigen Krieges mit dem Dauerkonflikt im Nahen Osten zahlreiche Parallelen auf: Endzeitstimmung bei großen Teilen der Bevölkerung, eine teilweise religiöse Aufladung einzelner Teilkonflikte, Exzesse und brutale Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, unklare militärische Fronten und Koalitionen mit diffuser Interessenlage, wechselnde Kriegsteilnehmer, pragmatisch orientierte Söldnertruppen und sonstige Profiteure ("der Krieg ernährt den Krieg"), ferner asymmetrische Konfliktverhältnisse und schließlich die Internationalisierung regionaler Kriege. Trotz dieser hoffnungslosen Gemengelage einigten sich die Kriegsparteien im Jahr 1648 auf einen weitreichenden Friedensvertrag von Münster und Osnabrück. Für das Deutschlandradio sind Ingeborg Breuer und Barbara Weber der spannenden Frage nachgegangen, ob das damalige Vertragswerk als Blaupause für die gegenwärtigen Kriege im Nahen Osten dienen könnte. Eine Lehre ist: Man kann auch schon verhandeln, ohne dass es einen Waffenstillstand gibt. Eine andere: Externe Mächte sollten über die vereinbarten Friedensverträge wachen und bei Verstößen intervenieren können.

Was könnten die Machthaber im Nahen Osten aus der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges lernen?
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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 14 Tagen

    Interessant. Diesen Vergleich benutzte ich auch schon. Eine Kritik dieser Analogie brachte gerade die NZZ:
    www.nzz.ch/feuilleto...
    Nun habe ich nicht mehr eine Meinung dazu.
    Aber der empfohlene Beitrag lohnt sich.