Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
Zum piqer-Profil
piqer: Hauke Friederichs
Mittwoch, 09.11.2016

Russlands Revolutions-Problem

Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen, Chaos, Mord an der Zarenfamilie, Bolschewiki gegen Menschewiki: Die Russische Revolution, die 1917 begann, bietet viele spannende Geschichten – aber auch viele dunkle Kapitel. Im kommenden Jahr jährt sich die russische Revolution zum hundertsten Mal.

„Das Jubiläum stellt die staatliche Regelkultur vor grosse Probleme", stellt Ulrich M. Schmid in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) fest. „Einerseits kann man das zentrale Ereignis der Sowjetgeschichte nicht einfach übergehen, andererseits fürchtet der Kreml seit geraumer Zeit eine Farbrevolution nach georgischem, ukrainischem oder kirgisischem Vorbild. Man hat sich deshalb entschlossen, die Revolution mit einem Konzept aus dem frühen 17. Jahrhundert – der Zeit der Wirren – zu überblenden und als Zeit eines schwierigen Übergangs zwischen dem starken Zarenreich und der starken Sowjetunion zu beschreiben."Ausgerechnet der große Revolutionsführer Lenin rücke dabei in den Hintergrund. Das deutsche Kaiserreich hatte Lenin per Eisenbahn aus der Schweiz nach Russland gebracht, um dort für Unruhe zu sorgen und die Ostfront zu entlasten. Der Plan ging aus: Russland schied aus dem Ersten Weltkrieg aus. Wie die Regierung in Moskau nun im kommenden Jahr auf die eigene Geschichte blicken lässt, verrät viel über das aktuelle Regime in Moskau.Der zuständige Minister verkündete bereits, dass die Weißen (Monarchisten und Konservative) sowie auch die Roten (Sozialisten) von einem heiligen Patriotismus beseelt gewesen seien. „Es gehe deshalb im historischen Rückblick nicht darum, eine Seite gegen die andere auszuspielen. Gesiegt habe im Bürgerkrieg das historische Russland, das als einheitlicher Sowjetstaat wiederauferstanden sei", gibt Schmid in der NZZ die offizielle Linie Russlands wieder. „Damit präfiguriere der frühe Sowjetstaat das erneute Erstarken des russischen Staates, wie man es zu Beginn des 21. Jahrhunderts beobachten könne."
Russlands Revolutions-Problem
8,3
4 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!