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Zeit und Geschichte

Rassismus verbindet, gliedert die Rechtsextremen

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergFreitag, 30.07.2021
Ich hörte sie schreien: Tötet ihn mit seiner eigenen Waffe!

So ein Ende Juli 2021 zum Sturm auf das Kapitol angehörter Polizist. In den Blättern für deutsche und internationale Politik ist nun ein Beitrag des renommierten Historikers Timothy Snyders freigeschaltet, der – bei allen Unterschieden zu den USA – auch erhellend ist für rechtsextreme Positionen und Haltungen anderswo.

Mit zahlreichen Beispielen aus der Gegenwart und der Historie zeigt der in New York lehrende Wissenschaftler, der auch als Publizist wirkt, auf,  wie Geschichte die Gegenwart erhellen kann.

Dabei beruft er sich auf den Philosophen Jason Stanley, der den Faschismus als eine Reihe von Mustern deutet, die immer wieder in Mutationen auftauchen können.

Meiner Auffassung nach erlaubt uns eine genauere Kenntnis der – faschistischen oder anders gearteten – Vergangenheit, Elemente der Gegenwart zu bemerken und konzeptionell zu fassen, die wir ansonsten übersehen würden und in breiterem Rahmen über künftige Möglichkeiten nachzudenken.

Dabei deutet er gravierende Ab- und Umbrüche in der Medienlandschaft als kritische Momente für die Gesellschaft insgesamt:

Gleich den historischen faschistischen Anführern präsentiert sich Trump als einzige Quelle der Wahrheit. Seine Verwendung des Begriffs „fake news“ ist ein Echo der Nazi-Verleumdung „Lügenpresse“; wie die Nazis bezeichnete er Reporter als „Volksfeinde“. Wie Adolf Hitler kam er zu einer Zeit an die Macht, als die konventionelle Presse einen schweren Schlag einstecken musste:

Die Finanzkrise von 2008 traf die amerikanischen Tageszeitungen so wie die Große Depression seinerzeit die deutschen. Die Nazis dachten, mit dem Radio den alten Pluralismus der Tageszeitungen ersetzen zu können; Trump versuchte dasselbe mit Twitter.

Ohne den Antisemitismus der Nazis mit dem weißen Überlegenheitsgestus vieler Trump-Anhänger gleichzusetzen, ohne die Panikmache gegen muslimische Flüchtlinge und Migranten, die im heutigen Europa allgegenwärtig ist, mit Diktatoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammenzuwerfen, sind Muster wieder zu erkennen. Dies fasste ich thesenhaft in der Überschrift zusammen.

Das Fazit von Timothy Snyder lautet:

Amerika wird die große Lüge nicht deshalb überleben, weil diese von der Macht getrennt ist. Vielmehr bedarf es einer sorgfältigen Re-Pluralisierung der Medien und einer Verpflichtung auf Fakten als einem öffentlichen Gut. Der Rassismus, der jeden Aspekt des Putschversuchs strukturiert, ist ein Aufruf, unsere Geschichte zu beachten. Ernsthafte Aufmerksamkeit für die Vergangenheit lässt uns Risiken leichter sehen, weist aber auch auf künftige Möglichkeiten hin. Wir können keine demokratische Republik sein, wenn wir kleine oder große Lügen über Rassismus erzählen. In einer Demokratie geht es nicht darum, die Wahlbeteiligung zu minimieren oder das Ergebnis zu ignorieren. Es geht nicht darum, das System zu bespielen oder zu zerstören, sondern darum, die Gleichheit der Anderen zu akzeptieren, ihre Stimmen zu beachten und ihr Votum zu zählen.

Rassismus verbindet, gliedert die Rechtsextremen

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Kommentare 2
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 4 Monaten

    bester Satz : man kann niemanden beerben, der noch da ist...

    1. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor 4 Monaten

      Einverstanden, aber der ist oooch nicht schlecht:

      Seine Vision reichte nie weiter als bis zum Spiegel.

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