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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Samstag, 11.03.2017

Mord am Mädchen Rosemarie – ein ungeklärter Fall

Der Mörder ging brutal zu Werke: Sein Opfer hatte eine Wunde am Hinterkopf, doch der Tod trat nach Erdrosselung ein. Rosemarie Nitribitt hatte sich anscheinend gewehrt. Doch die 24-Jährige hatte keine Chance. Am 1. November 1957 finden Polizisten ihre Leiche in ihrer Wohnung in der  Stiftstraße 36 in Frankfurt am Main. Den Mörder von Rosemarie Nitribitt finden sie nie.

Sie stand als Mannequin im Telefonbuch – tatsächlich arbeitete sie als Edel-Prostituierte. Auf ihrer Kundenliste standen Industrielle und Politiker. Nach ihrem Tod war sie für die Presse der Bonner-Republik nur noch "die Nitribitt", eine anrüchige Dame, deren Sexarbeit meist nur verschämt, verklemmt, verklausuliert beschrieben wurde. 

"Wer verstehen will, wie die Bundesrepublik in den Anfangsjahren tickte, der findet in diesem Mord reichlich Anschauungsmaterial", stellt Florian Welle in der FAZ fest. "Schon unmittelbar nach seinem Bekanntwerden setzte ein medialer Tsunami ein, der die Doppelmoral der vermufften Adenauer-Ära offenbart."

Als "Das Mädchen Rosemarie" wurde der Fall verfilmt. Filmreif war auch das Versagen der Ermittler. Ein Tatverdächtiger, der angeklagt wurde, sprach ein Gericht aus Mangel an Beweisen frei. Schnell kam das Gerücht auf, dass die Polizisten den wahren Täter gar nicht haben finden wollen, weil sie Kunden der Prostituierten schützen wollten. Auch nach bald 60 Jahren dürfte der Fall mysteriös – und unaufgeklärt – bleiben.

Mord am Mädchen Rosemarie – ein ungeklärter Fall
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Kommentare 5
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

    die story ist ein journalistischer wiedergänger aka zombie. kommt seit gut 50 jahren im abstand von 6 - 7 jahren immer wieder hoch, bevorzugt in der bürgerlichen, CDU-nahen presse. ohne daß es über die zeit zu mehr langte, als mal wieder einen leicht angewidert-nostalgischen rückblick auf die "adenauer ära" zu werfen. langweilt.

    1. Hauke Friederichs
      Hauke Friederichs · vor mehr als einem Jahr

      Als Sittengemälde taugt der Fall vielleicht nicht – aber ein spannender "Cold Case" ist er dennoch. Als (fast fertiger) Kriminologe interessiert mich der gesellschaftliche Umgang mit einer ermordeten Prostituierten aber dennoch....

    2. Christoph Weigel
      Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

      @Hauke Friederichs also braucht piqd wohl einen neuen channel "cold cases" : )

  2. Kurt Tutschek
    Kurt Tutschek · vor mehr als einem Jahr

    Danke. Langweilt nicht.
    Die schönste Zwischenüberschrift:
    '90 000 Mark auf dem Konto und im Magen Reis'

    1. Hauke Friederichs
      Hauke Friederichs · vor mehr als einem Jahr

      Stimmt, die Zwischenzeile ist super. Hatte ich kurz als Überschrift erwogen...