Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Zeit und Geschichte

Moritz Hoffmann
Freier Historiker. Zeitgeschichte, Digitale Public History. Verantwortlich für @digitalpast und @9Nov38.
Zum piqer-Profil
piqer: Moritz Hoffmann
Dienstag, 16.02.2016

Mit dem nackten Finger zeigt man nicht auf angezogene Schäferhunde

Beim Historikernachwuchs (der qua Verbandsdefinition bis zur ersten Professur reicht) kursiert aktuell der hier präsentierte Artikel, meist verbunden mit allzu offener Häme. Die Geschichte, wie sie „Christiane Schulte & Freund_innen“ – offenkundig ein Pseudonym – dort präsentieren, lädt zu Spott geradezu ein: Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen haben sie es zu einer wissenschaftlichen Konferenz zur Tiergeschichte in der DDR geschafft, dort einen frei erfundenen Vortrag gehalten und diesen zuletzt sogar in einer Fachzeitschrift veröffentlichen können.

Tatsächlich muss man der Gruppe eines zugute halten: Sie halten dem Wissenschaftsveröffentlichungsbetrieb den Spiegel vor. Dass ein weitgehend belegloser Artikel in einer Fachzeitschrift erscheint, gekürzt nur um zwei allzu politische Exkurse in die Gegenwart, ist ein Unding. Dass man dort offenbar sogar ein Stock-Foto als Porträt ablieferte, zeugt von wenig echter Herausgebertätigkeit.

Doch damit begnügen sich die AutorInnen ja nicht: Sie heben gleich zum Rundumschlag zu einem kleinen, wachsenden Forschungszweig an, der Tiergeschichte. Sie amüsieren sich nicht nur darüber, dass man ihnen ihren Konferenzbeitrag glaubte, sondern geben auch die Vorträge anderer TeilnehmerInnen, darunter jungen DoktorandInnen, der Lächerlichkeit preis. Was soll man sich auch unter der „Grenzperspektive der Wildkaninchen“ vorstellen?

Der erste Eindruck relativiert sich allerdings, wenn man den Tagungsbericht liest. Demnach ging es nicht um die Perspektive der Nager, sondern um deren Rolle als Sehnsuchtsbild – unter anderem in der subversiven DDR-Kunst. Und auch den eigenen Vortrag stellt „Schulte“ wohl plakativer dar, als er tatsächlich war. Im geschützten Raum einer Tagung kann man, entgegen der eigenen Darstellung, schon glauben, dass DDR-Grenzhunde aus demselben Zuchtbetrieb stammten wie Wachhunde von NS-KZs.

Der Fall dürfte noch für einiges Aufsehen sorgen. So einfach, wie ihn „Schulte“ darstellt, ist er sicher nicht.

Mit dem nackten Finger zeigt man nicht auf angezogene Schäferhunde
6,7
Eine Stimme
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Zeit und Geschichte als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer Kuratoren als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in iTunes:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.