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Zeit und Geschichte

«Literatur behütet, ohne zu lügen.» – Leben in Diktaturen

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergSamstag, 27.02.2021

Am 25. Februar 2021 gab es ein Gipfeltreffen: es erzählen und diskutierten Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch.

Beide erhielten den Nobelpreis für Literatur, beide haben Erfahrungen mit Diktaturen und Gewalt; in ihren Leben und in ihren Werken sind die Katastrophen und Widersprüche des vergangenen Jahrhunderts präsent, die ins Heute ragen.

Besonders aktuell war die denkwürdige Veranstaltung als Swetlana Alexijewitsch nicht nur historisch über den Stalinismus und die Sowjetunion sprach, sondern auch über den gegenwärtigen Kampf in Belarus.

Allein rund 30 000 Demonstranten sitzen bereits in Haft und Diktator Lukaschenko steigert immer noch die Brutalität, um die Proteste niederzuschlagen.

Die Welt weiss nicht, welcher Schrecken in unserem Land herrscht,

sagt Swetlana Alexijewitsch, die im Koordinierungsrat der oppositionellen Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja ist, die auf die allmähliche Wirkung der friedlichen Proteste hofft. Sie berichtet von Erniedrigungen und Willkür, von Denunziation und Misstrauen, vom Wiederaufbau eines stalinistischen Verfolgungsapparat. 

Herta Müller, die in der rumänischen Diktatur aufwuchs, und sehr emphatisch mit Menschen ist, die unter Gewaltherrschaft leiden müssen, ergänzt:

Die Menschen haben keinen Millimeter Platz, um an so etwas wie Zukunft zu denken. Sie denken nur ans Überleben. Wenn ich dagegen das hier bei uns höre, dass Freiheit Urlaub und Einkaufen ist, dann macht mich das ziemlich nervös.

Ihre vergleichbaren, aber nicht gleichen Erfahrungen in Diktaturen des Ostens, sind aufschlussreich.

So schrieb Swetlana Alexijewitsch immer wieder über den Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion und der Vater von Herta Müller war bei der SS.

Beide schreiben Heimatliteratur, die überall verstanden wird. Sie kennen die Klassiker der Weltliteratur, aber sprechen viel mit denjenigen, die oft Geschichte erleiden.

Was sie über die Liebe wisse, erklärt Swetlana Alexijewitsch, wisse sie aus der Trauer der Soldatenwitwen nach dem Zweiten Weltkrieg, von den Frauen aus dem Dorf.

Bücher waren eine Sache für sich, aber die Dörfer waren stärker als jeder Dostojewski.

Die Aufzeichnung ist auf Deutsch, Russisch und als Simultanübersetzung in Englisch zu hören.

In der zweiten Hälfte wird das Gespräch besonders eindrucksvoll.

«Literatur behütet, ohne zu lügen.» – Leben in Diktaturen

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