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Zeit und Geschichte

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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piqer: Dirk Liesemer
Freitag, 04.01.2019

"Im Jahr 1976 war die Zeit der DDR eigentlich vorbei."

Der Historiker Gerd Dietrich hat eine 2.400 Seiten umfassende "Kulturgeschichte der DDR" geschrieben, die schon aufgrund ihrer Länge, ihres Detailreichtums und ihres weiten Kulturbegriffs zu einem Referenzwerk werden dürfte. Dietrich wendet sich dabei gegen die "ausschließliche Interpretation der DDR als eine Diktatur". Neues und Innovatives habe sich immer im Widerstand zu orthodoxen Positionen durchgesetzt. Wie konfliktreich das oft abgelaufen ist, kommt im Gespräch jedoch zu kurz. Interessant ist seine Einschätzung zur kulturellen Potenz der DDR, die ungewöhnliche Einteilung in drei historische Abschnitte und die Feststellung, dass die besondere Förderung von Arbeiter- und Bauernkindern in den Achtzigerjahren aufgegeben worden sei. Es hätten von ihnen weniger studiert als in der Bundesrepublik. Ein lesenswertes Interview, das im zweiten Teil aber ins Wirtschaftliche abdriftet. Schade, dass nicht gefragt wurde, ob er den Aufstieg der AfD nicht als eine Spätfolge des autoritären Denkens in der DDR ansieht. Oft genug wird das ja behauptet.

"Im Jahr 1976 war die Zeit der DDR eigentlich vorbei."
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Kommentare 2
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 2 Monaten

    Aufschlussreiches Interview, ich überlegte schon, es vorzustellen.

    Wahrscheinlich ist das Buch nur Rohstoff oder ein Meilenstein auf dem Weg zu einer brauchbaren Kulturgeschichte. 2400 Seiten ist zu lang!

    Zur Ergänzung und als Antwort auf Deinen Schluss:
    Die Interviewerin Jana Hensel hat mit Wolfgang Engler, dem ehemaligen Rektor der Schauspielschule Ernst Buch, ein Gesprächsbuch publiziert. Möglicherweise fragte sie Herrn Dietrich nicht zur AfD, weil sie dazu eine deutliche Meinung hat:
    https://www.deutschlan...

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 2 Monaten

      Danke für die Ergänzung - und ja, eine Kurzform, sagen wir, 400 Seiten wäre schön.