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Zeit und Geschichte

Achim Engelberg
Dr. phil.
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piqer: Achim Engelberg
Mittwoch, 02.01.2019

GESTERN & HEUTE: John Bergers Revolution des Sehens

Vor zwei Jahren, am 2. Januar 2017, starb 90jährig John Berger - ein großer Erzähler, Kritiker, Zeichner. In den 70er Jahren revolutionierte er mit seinen Mitstreitern Sven Blomberg, Chris Fox, Michael Dibb und Richard Hollis die Sicht auf die uns umgebene Bilderwelt.

Im Gedenkartikel zeigt Jonathan Jones, welche Kraft dieser Umbruch auch im Zeitalter des digitalen Umbruchs hat und wo er alt geworden ist. Seine Beispiele reichen vom Sturz der Saddam-Hussein-Statue in Bagdad über Cover-Bilder von Kim Kardashian bis hin zu Fotos von Donald Trump.

Ausgangspunkt ist die legendäre BBC-Serie WAYS OF SEEING (1972).

In der ersten Folge aktualisierte John Berger und sein Team Ideen des großen Walter Benjamin (1892-1940), speziell sein DAS KUNSTWERK IM ZEITALTER SEINER TECHNISCHEN REPRODUZIERBARKEIT. Wie verändert diese ein Werk, das man auf einmal an vielen Orten rund um den Globus kennenlernen kann?

Der nackte weibliche Körper und der Blick auf ihn, das ist Thema der zweiten Folge. (Wer bei youtube angemeldet ist, kann die Folge in einer besseren Bildqualität sehen).

Das nächste Programm kreist um die Rolle des Auftraggebers eines Ölgemäldes.

Am Schluss wird das Aufkommen der Farbfotografie beleuchtet und wie sie die Rolle der Ölmalerei übernahm. Vor allem in der Sprache der Werbung bleibt das überzeugend, wenn auch mittlerweile außereuropäische Bildwelten dazu gekommen sind.

Im gleichnamigen Buch, das auf Deutsch SEHEN. DAS BILD DER WELT IN DER BILDERWELT heißt, arbeitet er mit seinen Mitstreitern seine Gedanken weiter aus und präzisiert sie.

Freilich, es gibt noch vieles mehr an John Bergers Werk zu entdecken, das im Gestern entstand und das Heute erhellt. Dazu ein anderes Mal mehr. Nur soviel:

Emigration – ob über nationale Grenzen hinweg oder vom Dorf zur Stadt – erfasste John Berger als die fundamentale Erfahrung unserer Epoche. In seiner großen Trilogie VON IHRER HÄNDE ARBEIT bewahrte er die bäuerliche Lebensart und beschrieb zugleich die Verstädterung der Welt.

GESTERN & HEUTE: John Bergers Revolution des Sehens
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