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Zeit und Geschichte

Gestern & Heute: "House of Cards" neu gesehen

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergDienstag, 16.02.2021

In meinen letzten beiden piqs beschäftigte ich mich mit der Krise des Westens und der liberalen Demokratien. In gewisser Weise ist das hier, in einer anderen Gattung, die Fortsetzung.

Viele kennen "House of Cards" in der stark erweiterten amerikanischen Fassung, in der Kevin Spacey den machthungrigen Francis J. Underwood verkörperte.

Nun kann man bis zum 31. Oktober 2021 die erste Verfilmung der Romane von Michael Dobbs in der arte-Mediathek sehen. Die Bücher erschienen 1989, 1992 und 1994 und wurden sogleich von der BBC verfilmt.

Viele Aufnahmen von London, welches noch nicht so viele futuristische Gebäude hat, sind veraltet, aber die Themen sind brennend aktuell.

Die Serie nach den Büchern von Dobbs, der als konservativer Politiker die Innenwelt der Politik mit Korruption und willfährigen Journalisten kennt, verblüfft nicht nur durch seine hervorragenden Schauspieler wie Ian Richardson, der den machthungrigen Politiker Francis Urquhart darstellt.

Dieser hatte wie später Kevin Spacey zuerst große Shakespeare-Rollen wie Richard III. gespielt. Wie dieser ungeheure König erzählt der geltungssüchtige Francis Urquhart/Underwood dem Zuschauer seine Pläne, bevor er sie realisiert.

Als der erste Roman von Michael Dobbs erschien, war die Welt noch in Ost und West geteilt. Im Osten versuchte Michail Gorbatschow die Sowjetunion und ihre Satelittenstaaten durch eine Perestroika (deutsch: Umbau) zu reformieren. Im Westen gab es Diskussionen, ob dieser sich auch wandeln müsse. Wenn die Welt wie im Westen werden würde, so sahen es etliche, gerieten alle in eine Krise mit Umweltzerstörung, Zerfall der Gesellschaften in viele Teilgruppen und Sinn- und Orientierungslosigkeit.

Da die revolutionären Um- und Abbrüche im Osten den Westen zu bestätigen schienen, verlief der Diskurs über die Perestroika im Westen im Sand.

Und deshalb wirkt die Serie "House of Cards", deren Vorlage immerhin einer der Berater von Margaret Thatcher schrieb, so erstaunlich aktuell. Er zeigt die lange verdrängten Fehler des Liberalismus und wie er sich seit den 1970er-Jahren entwickelte.

Michael Dobbs, der den Neoliberalismus als Antwort auf die Krise des Liberalismus propagierte, zeigt als Autor amüsant und treffend Schattenseiten des Westens.

Die anderen Folgen der Staffel 1 + 2 gibt es hier.

Hier findet man die aktuelle Webseite von Michael Dobbs, in der er auch zeigt, wie die House-of-Cards-Trilogie und ihre Verfilmungen sein Leben veränderten.

In einem älteren piq stellte ich Michael Dobbs schon vor, denn er sagte 2016 den Wahlsieg von Donald Trump voraus.

Ich bin oft in den USA, zuletzt kurz nach der ersten Fernsehdebatte zwischen Clinton und Trump. Ich fuhr in New York mit dem Taxi zum Flughafen und unterhielt mich mit dem Fahrer. Ein Farbiger. Ich hatte einen klaren Anhänger von Hillary erwartet, das Gegenteil war richtig. Er sagte, er und alle seine Freunde wählten Trump. Warum? Er sagte: Weil wir ausgespuckt wurden von dem System, wir wurden vergessen. Und wir hoffen, dass Trump das ändert.

Wahrlich, die jetzige Krise der liberalen Demokratien hat einen langen Vorlauf. Wie sie ausgeht, wird unser Leben entscheidend verändern.

Gestern & Heute: "House of Cards" neu gesehen

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