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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Dienstag, 28.06.2016

„Futtetènne". Bis zum Ende lebte Bud Spencer nach dem Motto: „Scheiß drauf"

Er sah sich nie als echten Schauspieler. Zum Film kam er eher zufällig, aus finanzieller Not. Er nahm Statistenrollen an, um seine Schulden zu begleichen. Nur wenige Jahre später war Carlo Pedersoli einer der beliebtesten Schauspieler Italiens, dann Europas und schließlich der Welt. Seine Filme prägten das Kino der 1970er.

Unter seinem Geburtsnamen hatte er (geboren 1929) in den 1950er-Jahren Karriere als Schwimmer gemacht, war für Italien bei Olympischen Spielen angetreten. Nach einem Jura-Studium ging er nach Mittelamerika, baute am Panama-Kanal mit, kam dann zurück in sein über alles geliebte Neapel.

„Gott vergibt - Django nie" war 1967 sein erster großer Film. Pedersoli nannte sich Bud Spencer, um seinen Ruf als Sportler nicht zu gefährden. Er trank gern das Bier Budweiser, in den USA nur Bud genannt — so kam er zu seinem Vornamen. Er spielte in den Film an der Seite von Mario Girotti, der als Terence Hill gemeinsam mit Bud Spencer zum Kultstar wurde.

„Mit klar verteilten Rollen - Spencer stark und behäbig, Hill gewieft und schnell - etablierten sich die beiden in 16 gemeinsamen Filmen als Komiker-Duo", schreibt Carolin Gasteiger in der Süddeutschen Zeitung. „Das Grundprinzip war stets dasselbe: Zwei Typen prügeln die Bösen windelweich. Blut fließt nie, die Kontrahenten sind nie ernsthaft verletzt und Spencer und Hill am Ende immer die Guten."

In den 1970er-Jahren waren ihre Filme an der Kinokasse erfolgreicher als James Bond. „Vier Fäuste für ein Hallelujah" spielte mehr als 30 Millionen Mark ein. Damals eine gewaltige Summe. Pedersoli alias Bud Spencer blieb bodenständig und angenehm unaufgeregt — so beschreiben ihn Kollegen und Journalisten, die ihn interviewten. Sein Lebensmotto war, alles nicht zu schwer zu nehmen. Es ließ sich mit „Futtetènne" zusammenfassen. „Scheiß drauf". Er hat sogar einen Song mit diesem Titel aufgenommen. Und danach bis zu letzt gelebt.

Carlo Pedersoli ist am Montag im Alter von 86 Jahren gestorben.

„Futtetènne". Bis zum Ende lebte Bud Spencer nach dem Motto: „Scheiß drauf"
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