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Zeit und Geschichte

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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piqer: Dirk Liesemer
Donnerstag, 08.12.2016

Faktencheck: Frank Stauss weist viele Urteile über das US-Wahlergebnis als voreilig zurück

Frank Stauss führt seit mehr als zwanzig Jahren Wahlkämpfe durch und durfte bereits 1992 bei der Clinton/Gore-Kampagne mitarbeiten. Auf seinem Blog schreibt er: "Man kommt ja mit dem Fakten-Checken gar nicht mehr hinterher, so viel Unsinn wird und wurde über die Wahl in den USA geschrieben." Waren die Umfragen völlig falsch? Nein, eher die medialen Prognosen, notiert er. Hat Trump die weiße Mehrheitsgesellschaft stärker mobilisiert? "Oh, well. Nein." Dann stimmt aber, dass vor allem Frauen Trump gewählt haben, oder? Und Clinton hat doch die Arbeiter in den Städten verloren, so liest man jedenfalls immer wieder. Wenigstens dürfte feststehen, dass Bernie Sanders gesiegt hätte - oder etwa nicht? Jetzt, da sich der Nebel gelichtet hat, sieht einiges doch ein wenig anders aus - vor allem, wenn man die Ergebnisse in historische Zusammenhänge setzt.

Faktencheck: Frank Stauss weist viele Urteile über das US-Wahlergebnis als voreilig zurück
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Kommentare 6
  1. Matthias Liesenhoff
    Matthias Liesenhoff · vor 12 Monaten

    Was mich an diesem Artikel ärgert und auch erschreckt, weil es sehr typisch ist für die gesamte Nachwahl-Diskussion im Lager der 'Democrats': hier wird ausschließlich der Wahlkampf analysiert. Nicht die Politik. Botschaft: Der Wahlerfolg eines Politikers hat nur mit der Qualität seines Wahlkampfes zu tun - also mit medialer Selbstdarstellung - hat jedoch (in der Wahrnehmung des Autors) anscheinend nichts mit Qualität und Resultaten der politischen Arbeit zu tun, die diese Politikerin in den Jahren zuvor gemacht hat, denn darüber wird kein Wort verloren. Was sagt das über das politische Establishment? Was sagt das über den Blick dieser Wahlkampfstrategen auf das Volk?
    Wir 'verdanken' Hillary Clinton einen destabilisierten Nahen Osten, das Großwerden des islamistischen Terrors, und dank WikiLeaks tiefe Einsichten in das wahnsinnige Ausmaß von internationaler Korruption, Medienmanipulation und Lobbyismus, in das Hineinregieren seitens Wallstreet und Saudis. Und das soll ihren Wahlerfolg nicht beeinflusst haben? Keinem anderen Präsidentschaftskandidaten war das Wahlvolk so offensichtlich scheißegal wie ihr. Die Swing State Wähler haben das vielleicht gemerkt???

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 12 Monaten

      Es werden erst einmal nur die Erbsen gezählt. Alles andere - also die politische Arbeit - wird nur sehr kurz abgehandelt: Die Amerikaner hatten Clinton "satt". Allerdings fallen mir als Verantwortliche für den destabilisierten Nahen Osten, den islamischen Terror, für Korruption und Lobbyismus noch eine Reihe von weiterer Namen ein. Und all das hat ja auch nicht erst mit Clinton begonnen. Interessant wäre ein Beitrag, welche politischen Überzeugungen und welches Charisma ein künftiger (demokratischer) Kandidat mitbringen müsste, wo er welche Wähler mit welchen Themen für sich gewinnt.

    2. Matthias Liesenhoff
      Matthias Liesenhoff · vor 12 Monaten

      @Dirk Liesemer Ich fand den Artikel auch gelungen - in dieser Hinsicht, als Fact Check bezüglich Wahlausgang. Was die USA - und nicht nur die - brauchen ist eine offene und lagerfreie Debatte über die richtige Politik, nicht über den richtigen Wahlkampf. Das Denken in Sieg und Niederlage hat mit dem Wohl von Volk und Land, hat mit Demokratie nichts zu tun. Allerdings frage ich mich, ob das innerhalb des jetzigen Systems überhaupt noch möglich ist, oder ob es erst zusammenbrechen muss.

    3. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 12 Monaten

      @Matthias Liesenhoff Ihre Frage zum Schluss ist durchaus berechtigt.
      Aber was kommt nach der Abrissbirne?
      Die Interessen verschwinden nicht, Sie suchen einen "New Harbour" und Sie werden einen finden.
      Von den damit verbundenen Verwerfungen ganz zu schweigen.

  2. Gurdi (Krauti)
    Gurdi (Krauti) · vor 12 Monaten

    Der Titel seines Artikels ist jetzt nicht unbedingt zutreffend, "This is not America".
    Um es mit seinen Worten zu kommentieren, doch es ist die Hälfte der Wählenden Amerikaner.Um genauer zu sein 46,3% der Wahlberechtigten. Wer die GOP´s der Republikaner im Vorfeld gesehen hat, der weiß auch dass da so einige nen Sprung in der Schüssel haben. Dagegen wirken die Kandidaten der AFD ja fast schon gemäßigt.

    Trotzdem, seine Analyse ist durchaus sachlich, unaufgeregt und zutreffend wie ich finde.

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 12 Monaten

      Ja, der Titel ist merkwürdig, vermutlich hatte er einen Ohrwurm (David Bowie).