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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Samstag, 04.06.2016

Eine Geschichtenerzählerin, die Mediengeschichte schrieb

Sie war jung, sie war talentiert und sie war zu ehrgeizig: Janet Cooke, Reporterin der Washington Post, gewann 1981 den Pulitzer Prize für eine Story über einen achtjährigen, drogensüchtigen Jungen. Ausgerechnet in der Post, dem Blatt, das mit den Enthüllungen der Watergate Affäre einen Präsidenten gestürzt hatte, war der Text erschienen. Amerika diskutierte über Heroin-Konsum, über den Schutz von Kindern vor der teuflischen Droge und feierte Janet Cooke. 

Doch dann kam heraus, dass die Reporterin sich den abhängigen kleinen Jimmy ausgedacht hatte. Ein Skandal. Ein Fall, der die Medienlandschaft erschütterte und zu einem Vertrauensverlust nicht nur für die Post, sondern für die gesamte Presse führte.

“The Janet Cooke fabrication was shocking because it came at a time when most people respected newspapers and respected what we now call the media,” sagt Howard Kurtz, Medienkritiker, in der "Columbia Journalism Review". Das Magazin hat den Fall aufgearbeitet und beschreibt, wie Cooke die amerikanische Presse veränderte. Bis heute ist der Fall fester Bestandteil aller Ethikkurse in der Journalistenausbildung (nicht nur ) in den USA.

Eine Geschichtenerzählerin, die Mediengeschichte schrieb
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Kommentare 1
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

    Sehr spannend. Obwohl ich Einschlägiges studierte, kannte ich diese Geschichte noch nicht. Besten Dank!