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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Donnerstag, 30.05.2019

Ein Deutscher auf der Flucht – wie Felix Nussbaum vergeblich versucht, den Nazis zu entkommen

Deutschland, seine Heimat, musste er verlassen. Verfolgt von den Nationalsozialisten irrte Felix Nussbaum durch Europa. Der Maler hatte früh erkannt, was die Nationalsozialisten mit den Juden vorhatten. Aber wo würde er vor ihnen sicher sein?

"Die fortwährende Suche nach Ruhe und einem neuen Vaterland nahm meine ganze Zeit in Anspruch. Nirgends wohnhaft zog ich umher mit hastig notierten Aquarellen zusammengerollt im Gepäck... Schweiz, Frankreich, Paris..., bis sich endlich die Grenze zu Belgien erlösend öffnete", sagte Nussbaum in der flämischen Zeitung "Vooruit" am 5. Februar 1939. Und weiter: "In Ostende begann ich wieder zu arbeiten, zeichnete und malte fleißig. Ich wehre mich und werde nicht müde. Es geht."

Der Verlust der Heimat und die Verfolgung verarbeitete Nussbaum in seinen Bildern. Auch nach dem deutschen Einmarsch in Belgien arbeitet er weiter – abgetaucht im Untergrund, in Verstecken und bei Freunden lebend.

So kommt er in Brüssel bei einem befreundeten Kunsthändler unter. Die Bilder, die er nun malt, setzen sich mit seiner Angst, der Verzweiflung und der ihm drohenden Festnahme auseinander. So entstehen "Im Lager" (1940), "Selbstbildnis mit Judenpass" (1943) oder "Triumph des Todes" (1944).

Am 20. Juni 1944 wurde Nussbaum bei den Besatzern denunziert. Die Deutschen deportieren den Künstler am 31. Juli 1944 nach Auschwitz. In dem Vernichtungslager stirbt er wenige Tage später.

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