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Zeit und Geschichte

Der "radelnde Oskar Schindler". Wie ein Radrennfahrer hunderte Juden rettete

Hauke Friederichs
Journalist und Autor
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Hauke FriederichsSamstag, 28.04.2018

Über staubige Schotterstraßen und wellige Hügel rast der Mann mit der knolligen Nase, den kräftigen Beinen und dem grünen Legnano-Fahrrad dahin. Gino Bartali, Doppelsieger des Giro d'Italia, König der Tour de France, radelt auch im Zweiten Weltkrieg über die Straßen Mittelitaliens. Oft sind es 100 Kilometer am Tag, manchmal auch 300. Wer ihn auf dem Rennrad sieht und erkennt, denkt vermutlich, dass der Sportler trainiert. Doch Gino Bartali fährt nicht gegen die Uhr an, er reißt die Kilometer nicht ab, um fit zu bleiben. Tatsächlich ist er ein Widerstandskämpfer gegen die deutschen Besatzer und seine Mission ist: so viele Juden zu retten, wie nur möglich.

Als Kurier einer katholischen Widerstandsgruppe transportiert er gefälschte Ausweise und andere Dokumente. Die Papiere rollt Bartali zusammen, steckt sie ins Sattelrohr oder in den Lenker. Damit verhelfen seine Mitstreiter und er hunderten Juden zu einer neuen Identität und geben ihnen damit die Chance zu einer Flucht ins sichere Ausland.  

"Geschätzt mindestens 800 Juden rettete Bartali, von italienischen Medien 'radelnder Oskar Schindler' getauft, vor Deportation und Ermordung", schreibt Katja Iken für einestages von Spiegel Online über Bartali. Und sie zitiert eine Enkelin der Radsportlegende, die 2000 gestorben ist: "Als gläubiger Katholik hat Opa keine Sekunde lang gezögert, Menschen in Not zu helfen", sagt Gioi Bartali.

Ihr Großvater machte nie viel Aufhebens um sich. Demut, Aufrichtigkeit und Bescheidenheit zeichneten ihn aus, diese Tugenden versuchte er, auch seiner Enkelin einzuschärfen. "Gewisse Medaillen heftet man sich nicht an die Jacke", sagte Bartali zu ihr, "sondern an die Seele."

Der "radelnde Oskar Schindler". Wie ein Radrennfahrer hunderte Juden rettete

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Kommentare 2
  1. Bernd Oswald
    Bernd Oswald · vor fast 6 Jahre

    eine spannende Geschichte, keine Frage. Allerdings hatte ich irgendwie ein Déja Vu: Kollegin Michaela Müller hatte das Thema schon im Januar gepiqd: https://www.piqd.de/ze...

    1. Hauke Friederichs
      Hauke Friederichs · vor fast 6 Jahre

      Sorry für das Déja Vu, den Hinweis von Michaela Müller hatte ich nicht mitbekommen. Die Geschichte ist aber so gut, dass man sie auch zweimal lesen kann, oder?
      ;-)

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