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Zeit und Geschichte

Das Shoah-Gedenken verblasst, der Antisemitismus wächst dagegen

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergDonnerstag, 28.01.2021

Am 27. Januar war wieder der „Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“.

Zahlreiche Beiträge erschienen. Etliche zeigten, dass das, was Hans Sahl (1902-93) in seinem Gedicht "Die Letzten" bereits 1973 formulierte, nun endglültig und unumkehrbar wahr wird:

Wir sind die Letzten.

Fragt uns aus.

Wir sind zuständig.

Wir tragen den Zettelkasten

mit den Steckbriefen unserer Freunde

wie einen Bauchladen vor uns her.

Forschungsinstitute bewerben sich

um Wäscherechnungen Verschollener,

Museen bewahren die Stichworte unserer Agonie

wie Reliquien unter Glas auf.

Wir, die wir unsre Zeit vertrödelten,aus begreiflichen Gründen,

sind zu Trödlern des Unbegreiflichen geworden.

Unser Schicksal steht unter Denkmalschutz.

Unser bester Kunde ist das

schlechte Gewissen der Nachwelt.

Greift zu, bedient euch.

Wir sind die Letzten.

Fragt uns aus.

Wir sind zuständig.

Hier gibt es dieses und andere Gedichte von Hans Sahl.

Das LONKA PROJEKT der Fotografen Rina Castelnuovo und Jim Hollander sollte eigentlich in Berlin vorgestellt werden. Es stellt die letzten Überlebenden der Shoah vor.

Aus bekannten Gründen ist es nur virtuell möglich. Mit diesem Piq kann man es digital besuchen und ich kann nur hoffen, dass es so lange in der Hauptstadt bleibt, damit ich es dort real besuchen kann.

Innerhalb von zwei Jahren hat sich das LONKA PROJEKT rasant entwickelt und ist zu einer internationalen Zusammenarbeit herangewachsen. Getragen wird das Projekt von rund 250 der weltweit führenden Fotografinnen und Fotografen, die ihr Talent in 30 Ländern eingebracht und jeweils einen Überlebenden in dem Kontext festgehalten haben, der eine einzigartige und unvergessliche Aussage über ihr Leben macht. Stetig erhalten die Initiatoren neue Zusendungen. Die an dem Projekt beteiligten Fotograf*innen haben sich mit der Vergangenheit auseinandergesetzt, die Holocaust-Überlebende zeitlebens begleitet. Eine Vergangenheit des Grauens und des Leidens, die Tausende von Fotografien nicht vollständig erfassen können.

Aleida Assmann, die wichtige Werke zum kulturellen Gedächtnis und zur Erinnerung an die Shoah schrieb, reflektiert in ihrem kompakten Beitrag den Epocheneinschnitt, den wir gerade erleben. Thesenhaft gesprochen:

Es gibt immer weniger Holocaust-Überlebende, die die Erinnerung hochhalten.

Das Gedenken an den Holocaust verblasst, während Antisemitismus wieder offener auftritt.

Im Kampf gegen den neuen Antisemitismus bekommt die Gesellschaft eine höhere Verantwortung.

Das Shoah-Gedenken verblasst, der Antisemitismus wächst dagegen

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