Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Zeit und Geschichte

Moritz Hoffmann
Freier Historiker. Zeitgeschichte, Digitale Public History. Verantwortlich für @digitalpast und @9Nov38.
Zum piqer-Profil
piqer: Moritz Hoffmann
Dienstag, 14.06.2016

Aus dem Regen: Innenansichten des Erstweltkriegsgedenkens in Verdun

Es waren Bilder, ohne die keine Nachrichtensendung in Deutschland oder Frankreich am 29. Mai auskamen: Tausende Jugendliche aus Deutschland und Frankreich, die im Zentrum des Staatsaktes beider Länder angesichts der 100. Jährung der Schlacht von Verdun standen – welch positives, friedenstiftendes Zeichen in Zeiten der europäischen Krise!

Louis Bourgon und Theo Müller (der im Heidelberger Kolloquium wöchentlich neben mir sein MacBook bearbeitet) können dieser Geschichte als historisch geschulte und erwachsene Beteiligte (sie waren Animateure eines Projektpartners) eine weitere Perspektive hinzufügen, die nicht so freundlich ist, wie es die Medien am Tag des Ereignisses darstellten. Und so wie sie es erzählen, wirkt es doch recht merkwürdig, tausende junge Menschen bei widrigen Bedingungen ausharren zu lassen, um sie im Anschluss über Kriegsgräber des zentralen Friedhofs rennen zu lassen. Geradezu furchtbar ist auch, dass Klage über die Umstände mit dem Verweis auf die Lage der Soldaten des Jahres 1916 zu kontern.

Diese Innenansicht einer „Schlammschlacht der Erinnerung“ wird ergänzt durch die offizielle Inszenierung Volker Schlöndorffs in einem Video, an dessen Ende das vielleicht einzige bisschen Authentizität dieses Gedenken-Events zu sehen ist: die irritierte Sekunde Pause, bis Angela Merkel doch noch anfängt zu klatschen.

Aus dem Regen: Innenansichten des Erstweltkriegsgedenkens in Verdun
8
3 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!

Kommentare 2
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

    Der Fremdschämfaktor ist schon ziemlich groß. Und schlau wird man aus der Inszenierung auch nicht. Gelungener finde ich die Arbeiten des Konzeptkünstlers Ruppe Koselleck mayerserde.blogspot.de/

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      Besser noch dieser Link www.ruhrnachrichten.de/leben-und...