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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Mittwoch, 25.05.2016

Als ein Pionier vom Himmel stürzte

Mit Weidenrouten und Stofftüchern will Otto Lilienthal den Himmel erobern. Aus diesen Materialien hat er sich einen Gleiter gebastelt, mit dem er in Brandenburg zu einem Gleitflug aufsteigen will. Doch am 9. August 1896 endet sein Experiment fatal. Lilienthal, 48 Jahre alt, Maschinenfabrikant, Pionier der Luftfahrt in Deutschland, stürzt ab.

Am nächsten Tag stirbt er an seinen Verletzungen. Vor der Katastrophe im Berliner Umland war es Lilienthal dutzende Mal gelungen, mit seiner Fledermaus ähnlichen Konstruktion abzuheben. Er sprang von Hügeln ab und der Wind trug in sicher ins Ziel. Bei Lilienthals Todesflug ist alles anders: Ihn erfasst eine Böe, aus 15 Metern Höhe prallt er auf den Boden. 

"Heute gilt der Deutsche als Pionier der bemannten Luftfahrt. Aber seine Flugversuche geben Technikhistorikern noch immer Rätsel auf", schreibt Robert Gast für die Neue Zürcher Zeitung. "Sie streiten seit Jahrzehnten darüber, wie flugtüchtig die Flügel des preussischen Erfinders waren und wie weit er schweben konnte."

Nun wollen Forscher, 125 Jahre nach Lilienthals ersten Flügen, die offenen Fragen rund um sein Fluggerät klären. "Möglich machen soll das ein Nachbau von Lilienthals «Normalsegelapparat», den das Otto-Lilienthal-Museum in Anklam im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verwirklicht hat", schreibt Gast. Schließlich war Lilienthal auch beim Bau der Flieger ein Pionier. Sein Apparat gilt als erstes in Serie produziertes Luftfahrtgerät: Er verkaufte mindestens neun Exemplare. Eines davon steht  heute in einem russischen Museum.Wie sich der nachgebaute Gleiter der Forscher im Windkanal schlägt, verrät die NZZ in einem lesenswerten Stück.

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