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Wissenschaft und Forschung

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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Thomas Wahl
Community piq
Mittwoch, 01.04.2020

Was unsere Gesellschaften zusammenhält - vielleicht

Mir hat diese, durchaus auch kritische, Rezension Lust gemacht auf das Buch. Am schönsten ist der Schlußsatz der Buchbesprechung:

Mit Sicherheit hat Moffett ein sehr lesenswertes und immer wieder überraschendes, manchmal ermüdendes, manchmal auch ärgerliches Buch geschrieben. Ich wage zu sagen: Keine Ameise könnte so über Affen, Menschen und Ameisen schreiben! Und falls doch irgendwo in der Ameisenwelt aus einem Forschungsinstitut für riesige Zweibeiner (Research Institute for Giant Bipeds) heraus ein analoges Buch entstehen würde oder gar schon entstanden ist: Wir werden es wohl nie erfahren. Ich würde es aber rasend gerne lesen!

Der Originaltitel des Buches von Mark W. Moffett lautet zwar "The Human Swarm. How our Societies Arise, Thrive, and Fall" - aber es geht  um die Entstehung, die Stabilität und die Dauer sozialer Ordnungen sowohl in tierischen als auch in menschlichen Sozialverbünden verschiedener Arten und Umfänge. Behandelt wird also die Grundfrage der Soziologie. Moffett gilt als »wilder Mann« seiner Fachgebiete, "von der National Geographic Society wurde er ironisch-bewundernd als der »Indiana Jones der Entomologie« bezeichnet".

Sein Blick aus der Soziobiologie, also von den sozialen Strukturbildungen bei einfachen, bis  hin zu komplexen Lebewesen, ist sicher fruchtbar für das Verstehen menschlicher Gesellschaften. Man muß sehen, wie weit dieser Blick unsere Erkenntnis trägt. Da ist die Kritik bzw. die Warnung des Rezensenten sicher angebracht.

Die Grundthese des Buches könnte sein:

Anders als Tiersozietäten bilden Menschen nicht nur Klein-, sondern auch mittelgroße und sehr große Sozialverbünde, also Clans, Dörfer, Städte, Staaten, Nationen, Reiche. Menschen können mehr oder weniger problemlos und angstfrei in Großgesellschaften leben, ohne jedes einzelne Mitglied persönlich zu kennen. Das können Schimpansen und Bonobos nicht; sie fühlen sich nur sicher im Umfeld ihrer Horde, von der sie jedes einzelne Mitglied persönlich kennen. Auch einander fremde Menschen erkennen sich an bestimmten sozialen Markern. Sind die Marker passend, ist persönliche Vertrautheit nicht nötig. Soziale Marker können alle Signale sein, die einem deutlich machen, dass man Gemeinsamkeiten mit dem Fremden hat – der dann eben kein Fremder mehr ist.

Moffetts Botschaft besagt im Kern, was menschliche Gruppen zusammenhält, sind immer die Anderen, von denen wir uns abgrenzen. Gruppen, Stämme oder Nationen halten zusammen, in dem (und so lange) sie sich von anderen unterscheiden. 

Manchmal machen wir diese Unterschiede stark, manchmal stellen wir sie zurück. Das können Ameisen nicht. Wir werden und bleiben wir, weil und solange es die anderen gibt. Manchmal reden wir mit den anderen, manchmal arbeiten wir zusammen, manchmal heiraten wir ihre Töchter, manchmal schlagen wir sie tot. Nach Moffett wird sich das im Prinzip nie ändern.
Was die Frage aufwirft, ob es jemals eine "universell-harmonische Weltgesellschaft" geben kann? Wer wären dann "die Anderen"? Wie wir aus „Raumschiff Enterprise" wissen, gäbe es ja noch die humanoiden Klingonen, Romulaner und Cardassianer und die teilweise künstlichen Borg. Also besteht noch Hoffnung für die geeinte Menschheit.Eine Leseprobe findet man direkt beim Verlag.
Was unsere Gesellschaften zusammenhält - vielleicht
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