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Wissenschaft und Forschung

Was macht Sars-CoV-2 im Gehirn?

Silke Jäger
Freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinfos

Ich lebe in Marburg und schreibe über Gesundheit, eHealth, Gesundheitspolitik und den Brexit. Für: Krautreporter, Gute Pillen – Schlechte Pillen und RiffReporter. Non-Profit-Projekt: Podcast http://evidenzgeschichten.podigee.io/

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Silke JägerDienstag, 23.11.2021

Viele Covid-Erkrankte berichten, dass sie noch lange nach der Infektion unter sogenanntem Hirnnebel leiden. Sie haben den Eindruck, nicht mehr klar denken zu können, sind vergesslich und haben Konzentrationsschwierigkeiten. Hirnnebel ist nicht das einzige neurologische Symptom bei Covid. Circa 80 Prozent der Covid-Patient:innen, die an einer Studie teilnahmen, hatten Ängste, Depressionen, Kopfschmerzen, Halluzinationen, sogar Schlaganfälle oder Krampfanfälle.

Deshalb gehen viele Wissenschaftler:innen davon aus, dass das Virus ins Gehirn eindringen kann. Doch wie genau, ist bislang unklar und der Beleg, dass es ihm überhaupt gelingt, fehlt auch noch. Gehirnzellen fehlt nämlich der Rezeptor, der dem Virus üblicherweise den Zugang zu Körperzellen ermöglicht – der ACE-2-Rezeptor.

Neuere Forschungsergebnisse legen aber nahe, dass eine Besonderheit der Nervenzellen in Kombination mit einem körpereigenem Eiweiß auch die Infizierung von Gehirnzellen möglich macht. Es könnte aber auch sein, dass das Virus über periphere Nervenbahnen in das Gehirn vordringen kann. Forscher:innen fanden das Virus nämlich in solchen Bahnen bei Mäusen.

Eine andere Frage ist, welche Bereiche des Gehirns das Virus angreift. Wenn das Virus über die Riechbahn eindringt, könnte es sich vom Riechzentrum aus verbreiten. Es ist aber auch denkbar, dass einige Hirnbereiche anfälliger sind als andere. Dafür spricht, dass man bei Affen das Virus in einem Hirnareal fand, das auch bei der Alzheimer-Erkrankung eine wichtige Rolle spielt.

Selbst milde Covid-Verläufe können die Hirnaktivität beeinträchtigen. Das zeigten EEG-Untersuchungen. Interessant dabei: Die Eindämmungsmaßnahmen könnten dieses Problem noch verstärken.

Rund vier Monate nach der Erkrankung war die durchschnittliche Stärke der Hirnströme in der Covid-19-Gruppe niedriger als bei den Kontrollteilnehmern. Weitere acht Monate später war der Effekt teilweise wieder verschwunden, doch die Gruppe der Covid-19-Patienten als Ganzes hatte auch dann noch niedrigere Werte als die Kontrollgruppe. Womöglich wirke sich die Kombination aus einer Coronavirus-Infektion und sozialer Distanzierung langfristig aus, vermutet die Gruppe.

Viele Fragen zur neurotropen Wirkung des Virus sind noch offen. Der Artikel fasst aber die Fortschritte der Forschung gut zusammen und erklärt auch, wie sie zustande kommen:

Fest steht: Die Pandemie hat für eine zunehmende Kooperation zwischen Virologen und Neurowissenschaftlern gesorgt. Sie erinnert daran, dass das Gehirn trotz der Blut-Hirn-Schranke keineswegs unerreichbar ist. Unter anderem können auch Coxsackie-, Polio-, Varizellen-, Epstein-Barr- und Adenoviren in Gehirnzellen eindringen. Adenoviren werden sogar für Gentherapien im Gehirn eingesetzt. Daher sind die unterschiedlichen Wege, auf denen Viren ins menschliche Denkorgan gelangen und dort Schaden anrichten können, von hohem Interesse für die Wissenschaft und Medizin.

Was macht Sars-CoV-2 im Gehirn?

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